Hessen

Digitales Archiv Hessen eröffnet

Die hessischen Staatsarchive sind mit dem heutigen Tag endgültig in der digitalen Welt angekommen: Mit der Eröffnung des Digitalen Archivs unterstreicht Hessen einmal mehr seine Stellung als eines der führenden Bundesländer im Bereich digitaler Anwendungen.“ Das hat Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann bei der Feier heute im Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden gesagt. Das 2009 begonnene Projekt kostet im Aufbau 4,2 Millionen Euro für Investitionen, Sachmittel und Personal.

26.01.2011 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Mit dem Hessischen Archivgesetz von 1989 wurde die Aufgabe der Staatsarchive festgeschrieben, archivwürdige Unterlagen zu übernehmen, zu sichern und nutzbar zu machen. Damit tragen sie große Verantwortung für die Überlieferungsbildung, die Wahrung und den öffentlichen Zugang des kulturellen Erbes. Gleichzeitig leisten die Staatsarchive als Dienstleister für die Verwaltung auch einen wichtigen Beitrag für den Rechtsstaat und für die Rechtssicherheit der Bürger.

Seit dem Erlass des Archivgesetzes bewirkten neue Kommunikationssysteme einen großen Entwicklungssprung: Seit den neunziger Jahren findet die Informationstechnologie auch in der Landesverwaltung immer breitere Anwendung. Durch die eGovernment-Projekte der Landesregierung hat diese Entwicklung in den vergangenen Jahren noch einmal erheblich an Dynamik gewonnen. Beim Thema eGovernment zählt Hessen zu den Vorreitern in Deutschland; bei der Entwicklung der IT-Infrastruktur und der elektronischen Bürokommunikation ist Hessen unter den Flächenländern inzwischen führend.

In den Dienststellen des Landes gibt es derzeit in allen Verwaltungszweigen etwa 350 elektronische Fachanwendungen. So wurde beispielsweise 2005 mit der Einführung eines Dokumentenmanagementsystems für die elektronische Aktenführung und Vorgangsbearbeitung (Domea) begonnen. Inzwischen ist das heute unter dem Namen HeDok (Hessische eDokumentenverwaltung) laufende Dokumentenmanagementsystem in allen hessischen Ministerien und auch in einigen nachgeordneten Stellen im Einsatz.

Während Akten und Urkunden, auch Bücher, unter optimalen Umgebungsbedingungen lange Zeiträume gut überdauern, verlangen digitale Unterlagen nach ständiger Pflege: Formate und Plattformen ändern sich, der Zugang zu digitalen Dokumenten ist wegen verschiedener Rechtefragen ungleich komplizierter. Außerdem wächst die Datenfülle rasant – und damit stellt sich die Frage, welche digitalen Dokumente und Informationen sollen für die Nachwelt erhalten werden?

„Mit dem Hessischen Archiv-Dokumentations- und -Informationssystem HADIS betreiben die Staatsarchive seit Jahren schon ein bundesweit vorbildliches Archivdokumentationssystem, das durch seine vielfältigen Recherchemöglichkeiten und seine Beteiligung an überregionalen Suchportalen dem Forscher und interessierten Laien einen hervorragenden Service bietet“, sagte Ministerin Kühne-Hörmann. Diese Online-Datenbank, die ständig erweitert wird, enthält zurzeit Datensätze zu drei Millionen Archivalieneinheiten und zu 6.000 Archivbeständen. Bis Ende 2012 soll nun die Archivverwaltungssoftware DIMAG an das System HADIS angebunden werden, damit Benutzer zukünftig in einem einzigen System nach analogen und digitalen Unterlagen suchen können. „Durch das Digitale Archiv Hessen wird es Ende 2012 erstmals möglich sein, originär digitales Archivgut in den Lesesälen der hessischen Staatsarchive vorzulegen“, sagte Kühne-Hörmann und fügte hinzu: „Ganz besonders freut mich, dass wir die Leistungsfähigkeit Digitalen Archivs Hessen bereits im Rahmen der CeBIT Anfang März auf dem eGovernment-Stand der Landesregierung präsentieren können.“


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