Europas größter Fachkongress mit Fachmesse für die Zukunft von Kindern und Jugendlichen
In keinem anderen Land Europas hängen die Chancen, die ein junger Mensch für den Start in sein Leben erhält so sehr vom sozialen Status der Eltern ab wie in Deutschland. Das nachhaltig zu ändern bedarf großer gesellschaftlicher Anstrengungen. "Von Chancengerechtigkeit kann in Deutschland keine Rede sein." Dies erklärte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ, Norbert Struck, anlässlich des Auftaktes zur bundesweiten Mobilisierung zum 13. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag (13. DJHT) heute in Essen. Der 13. DJHT, der vom 18. bis 20. Juni 2008 in Essen stattfindet, stelle sich der Herausforderung für ein gerechtes Aufwachsen aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland.
20.03.2007 Pressemeldung Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ)Etwa 40.000 Besucher werden sich auf Europas größtem Fachkongress mit Fachmesse im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Thema "Gerechtes Aufwachsen ermöglichen! Bildung, Integration, Teilhabe" befassen. Eindeutig belegen die Statistiken wie es um Kinder und Jugendliche in Deutschland bestellt ist. Laut einer UNICEF-Studie aus dem Jahr 2005 lebt jedes zehnte Kind hierzulande in relativer Armut, das sind mehr als 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Deutschland liegt mit diesen Zahlen im europäischen Vergleich auf Platz 12.
"Armut grenzt aus und verhindert die Teilhabe und Integration in unsere Gesellschaft", sagte der Vorsitzende der AGJ. Vor allem Kinder aus Migrantenfamilien seien von sozialer Ungleichheit betroffen. Laut Statistischem Bundesamt haben 20 Prozent der ausländischen Schulabgänger noch nicht einmal einen Hauptschulabschluss vorzuweisen. Bei den deutschen Abgängern liegt die Zahl bei 8 Prozent. "Ohne Schulabschluss und mit schlechten Noten ist der Weg in qualifizierte Berufe jedoch verbaut. Das ist nicht nur für die Betroffenen problematisch. Auch die Gesellschaft hat die Kosten zu tragen, zum Beispiel in Form höherer Sozialausgaben," erklärte Norbert Struck.
Wege hin zu mehr Chancengerechtigkeit seien unter anderem durch mehr Investitionen und einen qualitativen Aus- und Umbau des sozialstaatlichen Angebots zu erreichen. So belegt die UNICEF Studie einen positiven Zusammenhang zwischen der Höhe der staatlichen Aufwendungen für Sozialleistungen und der Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche. Und dieses zahlt sich langfristig auch finanziell aus: so zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft vom Februar 2007, dass sich Investitionen in den qualitativen Ausbau des frühkindlichen Bildungssystems rentieren, weil sie langfristig gesehen zu einer Reduzierung der staatlichen Ausgaben führen.
"Für ein gerechtes Aufwachsen in unsere Gesellschaft müssen alle gesellschaftliche Kräfte zusammenwirken: Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft und die können wir nicht aufs Spiel setzen", so Struck.
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