GEW fordert Wissenschaftsminister Brodkorb zur Umkehr auf
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kritisiert die Entscheidung des Ministers für Wissenschaft, Mathias Brodkorb, das Ehrenpromotionsverfahren für den Whistleblower Edward Snowden zu stoppen. Nun hat sie dem Minister einen Offenen Brief geschickt, in dem die Bildungsgewerkschaft Mathias Brodkorb zur Umkehr auffordert.
29.09.2014 Pressemeldung GEW Mecklenburg-Vorpommern"Wir unterstützen die Philosophische Fakultät der Universität Rostock in Ihrer Position zur Verleihung der Ehrendoktorwürde an Edward Snowden und fordern daher den Minister auf, seine Entscheidung zurückzunehmen!", vertritt die Landesvorsitzende Annett Lindner, den Gewerkschaftsbeschluss. Die Gewerkschaft argumentiert, dass die Vergabe der Ehrendoktorwürde der Universität selbst obliege. Seinen Entschluss begründe der Minister damit, dass die Philosophische Fakultät nicht ausreichend nachgewiesen habe, dass die dafür geforderten "besonderen wissenschaftlichen Leistungen" durch Snowden erbracht wurden.
"Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:", so Annett Lindner weiter: "Der Minister stellt damit nicht nur die Qualität der Arbeit der Universität in Frage. Er greift aus unserer Sicht auch massiv in das hohe Gut der wissenschaftlichen Freiheit ein. Der Verteidigung dieser Werte gilt unsere volle gewerkschaftliche Solidarität!". Vor allem werde mit dieser Entscheidung auch eine falsches politisches Signal gesetzt, unterstreicht die Bildungsgewerkschaft in ihrem Brief an Minister Mathias Brodkorb. Darin heißt es weiter: "Wir als Gewerkschaft setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der Hochschulen die Aufgabe haben, in Lehre, Forschung und akademischer Selbstverwaltung unabhängiges Denken zu fördern, an der Überwindung globaler Probleme zu arbeiten und die Demokratieentwicklung voranzutreiben. Das bedeutet auch, dass an einer Hochschule Versuchen der Vereinnahmung durch Wirtschaft und politische Willkür gleichermaßen widerstanden wird. Insbesondere als Bildungsgewerkschaft setzen wir uns dafür ein, dass junge Menschen zu Kritikfähigkeit und Zivilcourage erzogen werden. Wie soll man gerade ihnen erklären, dass Edward Snowden nicht die Ehre haben soll, Doktor der Universität Rostock zu sein?" Die Gewerkschaft befürchtet eine Verlust des Ansehens der Hochschule. Insbesondere im Angesicht der jüngeren deutschen Geschichte gelte es, die Freiheit und Unabhängigkeit der Wissenschaft von Politik und Wirtschaft immer wieder zu verteidigen.
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