Kräftiger Schub für mehr Verbindlichkeit bei Integration

"Deutschland wird bunter! Besonders sichtbar ist die wachsende Vielfalt vor Ort: in den Kindergärten, den Schulen, am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft. Hier entscheidet sich, ob Integration gelingt." Dies sagte Staatsministerin Maria Böhmer in Wiesbaden.

22.05.2012 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Die Kommunen hätten die Bedeutung von Integration als der zentralen Zukunftsaufgabe erkannt. "Noch nie gab es so viele Projekte und Initiativen für ein gutes Miteinander und bessere Teilhabechancen von Migranten. Jetzt gilt es, die nächste Stufe zu zünden. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel: von der Projektförderung hin zu den Regelangeboten. Gerade vor Ort kommt es darauf an, Integration nachhaltiger zu gestalten." Dies betonte Böhmer zum Auftakt der Bundeskonferenz der Integrationsbeauftragten von Bund, Ländern und Kommunen in Wiesbaden.

Das Motto der von Staatsministerin Böhmer organisierten zweitägigen Konferenz lautet: "Von Projekten zu dauerhaften Strukturen- Integration vor Ort".

"Die Bedeutung der Nachhaltigkeit bei der Integration hebt auch die neue Studie zum 'Stand der kommunalen Integrationspolitik in Deutschland' hervor. Darüber hinaus belegt die Studie: Immer mehr Kommunen machen Integration zur Chefsache. Zudem wird Integration immer öfter als Querschnittsaufgabe in der Verwaltung verankert- von der Altenhilfe bis zur Kinderbetreuung. Dadurch kommt es zu einer stärkeren Vernetzung der Akteure. Um die Vernetzung vor Ort zu stärken, habe ich in 18 Kommunen und Landkreisen das Modellprojekt der individuellen Integrationsvereinbarungen auf den Weg gebracht. Ziel ist, Integrationsangebote effektiver und passgenauer zu vermitteln. Dafür müssen Beratungsstellen, Jobcenter, Ausländerämter, Integrationskursträger und kommunale Behörden Hand in Hand arbeiten. Zugleich gilt es, vor Ort eine dauerhafte Willkommens- und Begegnungskultur zu entwickeln. Notwendig ist ein Mentalitätswandel: von der Defizitorientierung- hin zur Potenzialorientierung", forderte die Staatsministerin.

Wiesbadens Oberbürgermeister Helmut Müller würdigte das Engagement der gastgebenden Stadt der Bundeskonferenz: "Integration ist in Wiesbaden seit vielen Jahren Querschnittsaufgabe und Chefsache. Wiesbaden hat insbesondere im Hinblick auf das Motto der Konferenz vielfach neue Wege beschritten: Als Modellregion auf Landesebene für Projekte zur Integration in den Arbeitsmarkt und als Modellstandort für das Bundesprojekt der Integrationsvereinbarungen zur verbindlicheren Steuerung der Integrationsverläufe von Zuwanderern."

Außer über die Arbeit der Modellregionen und die Integrationsvereinbarungen diskutieren die rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Bundeskonferenz in verschiedenen Foren über die frühkindliche Sprachförderung, die Ausbildungssituation von jungen Migranten und die interkulturelle Öffnung von Vereinen. "Beim Aufbau von dauerhaften Strukturen vor Ort setzt der Bund wichtige Zeichen, beispielsweise bei der Sprachförderung: So werden für vier Jahre 400 Millionen Euro in rund 4.000 Schwerpunkt-Kitas investiert. Für den erfolgreichen Spracherwerb der Kinder ist die Mitwirkung der Eltern entscheidend. Sie können in den Integrationskursen des Bundes die deutsche Sprache erlernen. Das Regelangebot des Bundes hat sich bewährt: Seit 2005 haben mehr als eine Million Migrantinnen und Migranten an den Kursen teilgenommen. Über 1 Milliarde Euro hat der Bund bereits investiert", erklärte Böhmer.

"Integration ist ein Gemeinschaftswerk. Umso wichtiger ist es, dass Bund, Länder und Kommunen hierbei an einem Strang ziehen. Das hat sich auch erneut bei der Erarbeitung des Nationalen Aktionsplans Integration gezeigt. Gemeinsames Ziel ist es, mehr Menschen aus Zuwandererfamilien für eine Ausbildung oder Beschäftigung im öffentlichen Dienst zu gewinnen. Die Botschaft lautet: Wir brauchen mehr Migranten als Erzieherinnen, als Lehrkräfte, bei der Polizei, der Feuerwehr und in den Verwaltungen. Angesichts der wachsenden Vielfalt sind Migranten wichtige Brückenbauer!", so Böhmer. "Vorfahrt für bessere Chancen von Migranten auf gleiche Teilhabe. Nur so kann sich ein Wir-Gefühl von allen Menschen in unserem Land entwickeln- unabhängig von ihrer Herkunft."

Das ausführliche Programm der Bundeskonferenz finden Sie unter www.integrationsbeauftragte.de


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden