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Kulturelle Bildung für benachteiligte Jugendliche

(hib/ROL) In Deutschland hängt der Bildungserfolg in starkem Maße von der sozialen Herkunft ab. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, will die Bundesregierung eine Vernetzung von Verbänden, Einrichtungen und "zivilgesellschaftlichen Akteuren" vorantreiben, die "ergänzend zur Arbeit der Schulen Verantwortung für die Bildung der jungen Generation übernehmen".

08.11.2012 Pressemeldung Deutscher Bundestag

In der Antwort "Kulturelle Bildung benachteiligter Kinder und Jugendlicher – `Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung´" (17/10932) auf die Kleine Anfrage der Linken (17/10689) schreibt die Bundesregierung, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Förderung von Bildungsbündnissen in Form der Förderrichtlinie "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" konkretisiert habe.

Mit der Förderrichtlinie "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" fördert das BMBF außerschulische Bildungsmaßnahmen, vor allem im Bereich der kulturellen Bildung. Dazu seien bis zum 31. Juli 2012 insgesamt 163 Konzepte beim BMBF eingegangen. Die kulturelle Bildung sei besonders geeignet, bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und zu stärken, da sie Menschen auf sehr unterschiedlichen Ebenen anspreche und ihnen Erfolgserlebnisse und soziale Anerkennung vermittle.

Der Förderrichtlinie liege ein weit gefasster Kulturbegriff zugrunde. Danach umfasst kulturelle Bildung alle künstlerischen Sparten bis hin zur Medienbildung und Alltagskultur. Hierzu zählen auch Maßnahmen der Lese- und Sprachförderung. Kulturelle Bildung verbindet kognitive, emotionale und gestalterische Handlungsprozesse. Sie umfasst sowohl die eigene kreative Auseinandersetzung mit den Künsten als auch die aktive Rezeption von Kunst und Kultur, schreibt die Bundesregierung in der Antwort. Für dieses Verständnis sei auch die interkulturelle Bildung besonders wichtig.

Die Förderung beginnt im kommenden Jahr und erstreckt sich über einen Zeitraum von fünf Jahren. Laut der Kleinen Anfrage der Linken stellt das BMBF 2013 dafür 30 Millionen Euro, in den Folgejahren bis zu 50 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel des Programms ist es, Bildungsarmut zu verringern und den Zusammenhang von Bildungserfolg und sozialer Herkunft abzubauen.

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