Kulturstaatssekretär Gramlich eröffnet saniertes Wohnhaus von August Hermann Francke in Halle

Kulturstaatssekretär Dr. Valentin Gramlich eröffnet am 14. November um 15 Uhr das Wohnhaus August Hermann Franckes in Halle. Nach mehrjähriger Sanierung, die unter anderem mit Mitteln des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt erfolgte, steht es nun der Öffentlichkeit als Ausstellungs- und Veranstaltungsort zur Verfügung. Das Gebäude gehört zu der historischen Häuserzeile am Entree der Franckeschen Stiftungen. Francke hatte den ehemaligen Gasthof "Goldene Rose" 1702 erworben und für seine Wohnzwecke umbauen lassen. Von hier aus organisierte er den Auf- und Ausbau seiner Glauchaer Anstalten und leitete sein soziales und pädagogisches Reformwerk in enger räumlicher Anbindung zum Waisenhaus.

12.11.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

"Franckes pietistisches Aufbauwerk hinterließ Spuren, die bis heute wirken. Vom halleschen Pietismus gingen Impulse aus, die die europäische Geistesgeschichte beeinflussten", sagt Staatssekretär Gramlich. Die Franckeschen Stiftungen, so Gramlich, seien beeindruckendes Zeugnis einer Bewegung, die sich zum Ziel gesetzt hatte, die reformatorischen Ideen Luthers fortzuführen und weiterzuentwickeln. Millionen deutschsprachiger Volksbibeln und evangelische Kirchenlieder wurden hier geschrieben und veröffentlicht. Die erste protestantische Mission ging von den Franckeschen Stiftungen zu Halle aus.

Hintergrund: Der Pietismus ist die wichtigste geistesgeschichtliche Strömung in Deutschland nach der Reformation und vor der Epoche der Aufklärung. Die Bewegung zielte auf eine religiöse und gesellschaftliche Erneuerung und griff in vieler Hinsicht die Anliegen der Reformation auf (Bibelverbreitung, Frömmigkeit, Volksbildung). Durch das Wirken August Hermann Franckes wurde Halle zum sichtbaren Zentrum des Pietismus.


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