Leipziger Buchmesse setzt auf Internationalität
Literaten aus insgesamt 36 Ländern treffen sich von 22. bis 25. März auf der Leipziger Buchmesse und stellen hier ihre neusten Werke vor. Neu sind in diesem Jahr Teilnehmer aus Saudi-Arabien, Serbien und der Türkei. "Der starke Zuspruch ausländischer Aussteller beweist uns, dass sich die Leipziger Buchmesse auch außerhalb von Deutschland zu einem Aushängeschild des internationalen Buchhandels entwickelt hat", sagt Wolfgang Marzin, Geschäftsführer der Leipziger Messe.
08.03.2007 Pressemeldung Leipziger BuchmesseVor allem die Literaturen Mittel- und Osteuropas nehmen eine zentrale Stellung im Messeprogramm ein. So präsentiert sich in diesem Jahr Slowenien mit einem umfangreichen, auf drei Jahre angelegten Schwerpunktprogramm. In diesem Jahr werden unter anderem Suzana Tratnik, Uros Zupan, Ales Car und Ales Steger nach Leipzig kommen.
Autorenspecial mit Blick auf Europäische Integration
Einen literarischen Höhepunkt bildet das mittlerweile schon zur Tradition gewordene Autorenspecial. In Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin und mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes präsentieren sechs Autoren aus Bosnien, Italien, Irland, Polen, Ungarn und Deutschland ihre Essays zum Thema "Sonntagsreden und Alltagsprobleme - Europa zwischen politischer Folklore und nationalem Populismus". Die anschließende Diskussion verspricht eine spannende Kontroverse über die unterschiedliche Wahrnehmung des europäischen Integrationsprozesses.
Los geht´s am Donnerstag um 13 Uhr mit Antje Rávic Strubel, György Dalos (Ungarn) und Antonio Moresco (Italien) im Café Europa (Halle 4 Stand D505). Am Freitag um 11 Uhr wird die Runde um Wojciech Kuczok (Polen), Sasa Stanisic (Bosnien) und Ingo Schulze erweitert, bevor am Samstag ab 11 Uhr neben Wojciech Kuczok und Sasa Stanisic noch Glenn Patterson (Irland) aus seinen Essays liest.
Premiere der Diskussionsrunde "European Borderlands"
Zum ersten Mal veranstalten die Leipziger Buchmesse und das Literarische Colloquium Berlin in diesem Jahr die Diskussionsreihe "European Borderlands – Draußen vor der Tür?". Unterstützt von der Allianz Kulturstiftung lesen und diskutieren am Samstag, dem 24. März, um 15 Uhr im Café Europa jeweils drei junge ukrainische und weißrussische Autoren über das Verhältnis zwischen der Europäischen Union und ihren Nachbarländern. Ziel dieser neuen Veranstaltung ist es, Kooperationen zwischen Autoren, Übersetzern und Verlegern der osteuropäischen Grenzländer anzuregen.
Übersetzerwerkstatt bricht Rekorde
Für Übersetzer deutschsprachiger Literatur ist die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr Anlaufpunkt Nummer eins. Insgesamt 62 Übersetzer aus insgesamt 33 Ländern (2006: 14 Übersetzer aus 12 Ländern), haben vom 18. bis 24. März die Möglichkeit, sich über aktuelle Entwicklungen der deutschen Gegenwartsliteratur zu informieren. Jürgen Jakob Becker vom Literarischen Colloquium Berlin: "In Leipzig werden wir das bislang größte Treffen von Übersetzern deutschsprachiger Literatur erleben." Neben einer großen Anzahl von Übersetzern europäischer Sprachen werden auch Teilnehmer aus Argentinien, Chile und Japan anwesend sein.
Während von Sonntag bis Mittwoch ein umfangreiches Seminarangebot in Berlin auf dem Programm steht, bietet ihnen der Besuch der Leipziger Buchmesse die Gelegenheit, Kontakte mit Autoren und Verlegern zu knüpfen. Weitere Partner neben dem Literarischen Colloquium Berlin sind die Robert-Bosch-Stiftung sowie das Deutsche Kulturforum östliches Europa.
Wer einen Eindruck von der Arbeit eines Übersetzers bekommen möchte, hat am Messe-Donnerstag im Congress Center Leipzig (CCL) dazu die Gelegenheit. Der deutscher Schriftsteller Navid Kermani, bekannt durch seine Werke "Vierzig Leben" (2004) und "Du sollst" (2005), geht mit mehreren Übersetzern der Frage nach, wie deutsch deutsche Literatur ist. Am Freitag, dem 23. März, wird um 12 Uhr im Glashallenforum das aktuelle Angebot deutschsprachiger Übersetzungen vorgestellt.
Kleine Sprachen in Leipzig ganz groß
Im Forum "Kleine Sprachen - große Literaturen" stellen 13 europäische Kulturinstitutionen ihr aktuelles Buchprogramm vor - ein Zusammenschluss, der in dieser Art bislang einmalig ist. Ziel dieser Kooperation ist es, Autoren aus dem europäischen Ausland, die sich dort bereits einen Namen gemacht haben, auch in Deutschland bekannt zu machen. Hierfür bieten die täglichen Tandemlesungen mit anschließenden Gesprächen in Messehalle 4 einen guten Start.
So verspricht unter anderem am Donnerstag, dem 22. März, um 16:15 Uhr, eine Lesung mit Edo Popovic aus Kroatien und Dragan Velikic aus Serbien ein spannendes Aufeinandertreffen. Beim Lesemarathon am Freitag, dem 23. März, im Grassi-Museum haben gleich zehn Autoren ihren Auftritt.
Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung
Wie bereits im Vorjahr wird die Leipziger Buchmesse mit der Vergabe des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung eröffnet. Diese findet am 21. März um 19 Uhr im Gewandhaus zu Leipzig statt. Bereits zum 14. Mal vergeben der Freistaat Sachsen, die Stadt Leipzig und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels diese mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung. Sie würdigt alljährlich besondere Verdienste um die Verständigung zwischen den europäischen Völkern. Preisträger sind in diesem Jahr der russische Philosoph Michail Ryklin sowie der deutsche Schriftsteller Gerd Koenen. Ryklin wird für seinen 2006 erschienenen Essay "Mit dem Recht des Stärkeren" geehrt, Koenen für sein Buch "Der Russland-Komplex. Die Deutschen und der Osten 1900 - 1945" aus dem Jahr 2005.
Ansprechpartner
Leipziger BuchmesseMesse-Allee 1
04356 Leipzig
Web: http://www.buchmesse-leipzig.de
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