Leseförderung lässt zu wünschen übrig
(red/pm) In Europa können 20 Prozent der 15-Jährigen und viele Erwachsene nicht richtig lesen. Eine jetzt von der Europäischen Kommission veröffentlichte [Studie](http://eacea.ec.europa.eu/education/eurydice/thematic_studies_en.php) zeigt auf, was 31 europäische Länder (die EU-Mitgliedstaaten, Island, Liechtenstein, Norwegen und die Türkei) unternehmen, um die Lesekompetenz zu verbessern, und wo noch Nachholbedarf besteht.
12.07.2011 ArtikelDie Studie macht deutlich, dass die meisten Länder zwar Fortschritte bei der Entwicklung von Alphabetisierungsstrategien erzielt haben, dass diese Strategien jedoch häufig nicht ausreichend auf besonders gefährdete Gruppen – etwa Jungen, Kinder aus benachteiligten Familien und Kinder mit Migrationshintergrund – ausgerichtet sind. Bis 2020 soll der der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit schlechter Lesekompetenz von 20 Prozent auf unter 15 Prozent verringert werden – dies haben die Bildungsminister der EU festgelegt. Bislang haben erst Belgien (Flämische Gemeinschaft), Dänemark, Estland, Finnland und Polen diese Zielvorgabe erreicht.
Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend erklärte: "Es ist absolut nicht hinnehmbar, dass in Europa nach wie vor so viele junge Menschen nicht gut genug lesen und schreiben können. Dadurch laufen sie stärker Gefahr, sozial ausgegrenzt zu werden, es erschwert ihnen die Stellensuche und führt zu geringerer Lebensqualität. In den letzten zehn Jahren haben wir zwar einige Fortschritte erzielt, diese reichen jedoch nicht aus. Das Lesen ist die Grundlage allen Lernens. Deshalb habe ich eine Alphabetisierungskampagne gestartet, die sich an alle Altersgruppen und insbesondere an Menschen aus benachteiligten Verhältnissen richtet, wie Kinder aus Roma-Familien."
Fachkräfte für Leseförderung fehlen
Die Studie wurde im Auftrag der Kommission vom Eurydice-Netz durchgeführt und enthält vier Themenschwerpunkte: pädagogische Ansätze, Behebung von Leseschwächen, Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften sowie Förderung des Lesens außerhalb der Schule. Zu jedem dieser Aspekte wurden aktuelle Forschungsarbeiten und die jüngsten Ergebnisse internationaler Erhebungen ausgewertet und politische Strategien, Programme und bewährte Verfahren auf nationaler Ebene eingehend analysiert. Unter anderem zeigt die Studie auf, dass es nur in acht Ländern (Dänemark, Finnland, Island, Irland, Malta, Norwegen, Schweden und Vereinigtes Königreich) an den Schulen Fachkräfte für Leseförderung gibt, die das Lehrpersonal und die Schüler unterstützen.
Weiterführende Links
- Vollständige Studie (engl.) - gedruckte Exemplare der Studie sind ab Juli 2011 auf Englisch erhältlich, etwas später auch auf Französisch und Deutsch.
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