Lesen – das Tor zur Welt des Wissens und der Fantasie

Es ist die einfachste Sache der Welt, das Lesen – zumindest, wenn man es gelernt und vor allen Dingen Spaß daran hat. Ohne uns dessen bewusst zu sein, wenden wir dieses Universalmittel im Alltag an: Beim Einkaufen, im Internet, beim SMS-Schreiben und beim Schmökern auf dem Sofa. Je früher das Lesen einen festen Platz im Alltag hat, umso einfacher ist der Zugang zu Wissen, Kreativität und Fantasie. Lesen ist dafür eine unverzichtbare Schlüsselqualifikation in der modernen Wissensgesellschaft.

27.11.2006 Pressemeldung Stiftung Lesen

Darum soll im Sommer 2008 bundesweit die nationale Kampagne „Lesestart – Die Leseinitiative für Deutschland“ starten. Vorbild für diese bundesweite Initiative sind Erfahrungen aus England und ein dreijähriges gemeinsames Modellprojekt des Freistaates Sachsen und der Stiftung Lesen, das gerade angelaufen ist. Der Auftakt der Kampagne fand im Rahmen der Feierlichkeiten zur 10-jährigen Partnerschaft der Deutschen Bahn AG und der Stiftung Lesen statt. Dabei überreichte der VDMA-Präsident Dr. Dieter Brucklacher dem Bundespräsidenten und Schirmherrn der Stiftung Lesen, Prof. Dr. Horst Köhler, symbolisch die ersten Lesestart-Materialien.

Die Idee: Kleinkinder und ihre Eltern erhalten im Rahmen der kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchung U6 ein kostenloses, mehrteiliges Lesestart-Set, um schon früh das Lesen im Familienalltag zu verankern. Je früher Kinder die Gelegenheit haben, in faszinierende Bücherwelten einzutauchen, desto selbstverständlicher wird ihr Umgang damit werden. Das trifft bereits auf die Allerkleinsten zu. „Die können natürlich noch nicht lesen – sollen sie auch gar nicht, das lernen sie später in der Schule – aber sie nehmen Bücher mit all ihren Sinnen wahr: sie fühlen, riechen, „schmecken“ und spielen mit Büchern – sie „be-greifen“ sie im wahrsten Sinn des Wortes“, erklärt Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen.

Hintergrund der Kampagne ist die Tatsache, dass in zwei Drittel aller Familien mit Kindern von Null bis zehn Jahren Vorlesen keine Rolle mehr spielt und 20 % aller 15-jährigen Jugendlichen an der Schwelle zum so genannten sekundären Analphabetismus stehen. Alarmierende Zeichen, die nach konkreten Handlungsmaßnahmen verlangen! Das denken zumindest die Partner und Initiatoren von „Lesestart – Die Leseinitiative für Deutschland“. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), der Ravensburger Buchverlag, die Stiftung Lesen und viele andere mittelständische Unternehmen haben sich darum zu einer Allianz zusammengeschlossen, um das frühkindliche Leseförderungsprojekt zu realisieren.

„In Zukunft brauchen wir mehr den je wissbegierige junge Menschen, die eine Ausbildung ergreifen wollen. PISA war für die Unternehmen in diesem Land alarmierend und wir sind bereit auf allen Ebenen Unterstützung zu leisten. Gleichzeitig fordern wir aber die politisch Verantwortlichen auf, neue Wege zu beschreiten. Mit diesem Projekt geben wir hierzu einen Anstoß.“ erklärt Dr. Dieter Brucklacher, Präsident des VDMA.

In zwei aufeinander folgenden Jahren können so insgesamt 500.000 einjährige Kinder und ihre Eltern ab Sommer 2008 die kostenlosen Lesestart-Materialien bei den Kinderärzten erhalten. Zu dem Set gehört u. a. ein Ravensburger Bilderbuch, ein „ABC des Lesens“-Ratgeber für die Eltern, ein Poster und ein kleines Mitmach-Tagebuch, um die Lese- und Sprachentwicklung des Kindes festzuhalten.

„Auf diese Weise können Eltern einfühlsam und unkompliziert die Sprachentwicklung ihres Kindes fördern und legen damit den Grundstein für Lesefreude und Erfolg in der Schule“, sagte Johannes Hauenstein, Geschäftsführer des Ravensburger Buchverlages. „Das ist uns ein wichtiges Anliegen, denn schon ganz kleine Kinder haben Spaß an Büchern. Nachdem wir bereits bei dem sächsischen Modellprojekt Partner waren, freuen wir uns, dass diese Idee nun bundesweit Schule macht und unterstützen sehr gerne die nationale „Lesestart-Initiative“.

Um alle 700.000 Kinder, die durchschnittlich pro Jahr in Deutschland geboren werden, in den Genuss dieser frühen Förderungsmaßnahme kommen zu lassen, werden weitere Sponsoren gebraucht. Zurzeit finden Gespräche mit einzelnen Bundesländern und weiteren Industrieunternehmen statt, um eine flächendeckende Versorgung zu ermöglichen.

Mit ihrem Engagement übernehmen die Lesestart-Initiatoren gemeinsam die Verantwortung zur Schaffung einer zeitgemäßen Vorlesekultur und leisten auf diese Weise einen wichtigen Beitrag, um Kinder in ihrer geistig-kulturellen Entwicklung zu fördern und den Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig zu stärken. Sie hoffen, mit der Kampagne bundesweit viele Familien für die Welt der Bücher zu begeistern und die Freude am Vorlesen lebendig zu halten.

Ansprechpartner

Stiftung Lesen

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