Mobile Publishing, E-Reader, Digital Content – wie tickt der chinesische Markt?
Rund 100 Millionen Chinesen lesen Bücher auf Mobiltelefonen. Im Jahr 2009 wurden laut GAPP Statistics 5 Millionen elektronische Lesegeräte in China verkauft. Fast eine Million Titel (genau: 970.000) sind als E-Books erhältlich. Damit ist China nicht nur ein riesiger Wachstumsmarkt für digitales Publizieren, sondern scheint mittlerweile schon gleichauf mit dem digitalen Vorreiter USA. Eine Verlegerreise (24. – 27. August) nach Shanghai hatte zum Ziel, den Austausch zwischen Vorreitern der digitalen Verlagsbranche in China und anderen Ländern zu ermöglichen.
01.09.2010 Pressemeldung Frankfurter BuchmesseInsgesamt nahmen 30 Personen aus u.a. Deutschland, den USA und China an der von der Frankfurter Buchmesse in Kooperation mit dem Goethe-Institut Shanghai organisierten Reise teil. Anlass der Reise war die Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai (noch bis 31.10.2010) sowie die im Anschluss stattfindende Internationale Buchmesse in Peking (30.8. – 3.9.). "Wir lernen hier eine ganz neue Zielgruppe für unsere Arbeit in Frankfurt und in China verstehen. Die Verlagswelt verändert sich hier vielleicht noch stärker und schneller als im Westen. Und wir möchten diese Welt auch nach Frankfurt bringen", so Claudia Kaiser, Geschäftsleitung Business Development der Frankfurter Buchmesse.
Auf dem Programm standen Produktpräsentationen, Vorträge über den chinesischen Markt, Firmenbesichtigungen und viele Networking Events. Insgesamt stellten 24 Sprecher die Lage des E-Publishing in China vor. Darunter waren u.a. Fu Chengzhou von China Mobile, Hou Xiaoqiang, CEO von Shanda Literature , der wichtigsten Plattform für chinesische Online-Literatur, sowie Ray Zhang, Chief Strategist von Hanvon Technology, dem größten E-Reader Hersteller in China. Den Teilnehmern wurde schnell deutlich, dass der digitale Markt in China anders funktioniert als im Westen: So gibt es zahlreiche verschiedene E-Reader auf dem Markt, die nur selten miteinander kompatibel sind. Auch das Pricing für E-Books wird in China anders gehandelt: Produkte werden zur Zeit ihrer Markteinführung sehr billig angeboten. Der massenhafte Zugriff soll die entsprechenden Margen garantieren.
Zum Thema Digital Publishing wies Luc Kwanten, CEO der Literaturagentur Big Apple, darauf hin, dass mit digitalen Inhalten eine spezielle Zielgruppe bedient wird: Junge Leute, welche die im Vergleich zum gebundenen Buch günstigen Preise schätzen. Digitale Rechte für ein Buch verkauft Luc Kwanten nur, wenn das traditionelle Buch mindestens ein Jahr auf dem Markt ist. Neben den niedrigen Preisen sieht er auch in der zunehmenden Netzpiraterie eine Gefahr für das Digital Publishing.
Die Teilnehmer der Shanghai-Reise zogen ein positives Fazit: "Die Sprecher, Seminare und Besuche boten einen exzellenten Themen-Mix. Da steckte sehr viel Professionalität drin. Und Alles war perfekt organisiert", so Emma House, International and Trade Director, Publishers Association. "Eine erfolgreiche Geschäftsreise! Die vielen Informationen wurden sehr ausgewogen zwischen Kurzabriss und Detail-Analyse vermittelt", meinte Susanne Pfeiffer, Director of Foreign Rights and Co-Edition Sales, Ravensburger Buchverlag.
Wer sich für Digital und Mobile Publishing in China interessiert kann auf der Frankfurter Buchmesse mit Konferenzteilnehmern der Shanghai-Reise sprechen: Die Veranstaltung "China Digital and Mobile Publishing" findet am 7. Oktober von 11.00 bis 12.00 Uhr in der Clients Lounge in Halle 6.0 (E 917) statt.
Über das Unternehmen
Die Frankfurter Buchmesse ist mit mehr als 7.000 Ausstellern aus über 100 Ländern die größte Buch- und Medienmesse der Welt. Darüber hinaus organisiert sie die Beteiligung deutscher Verlage an mehr als 25 internationalen Buchmessen. Die Cape Town Book Fair in Südafrika sowie die Abu Dhabi International Book Fair sind Partnermessen. Mit www.buchmesse.de unterhält sie das weltweit meist genutzte Portal für die Verlagsindustrie: Rund 31.000 Einträge umfasst das Personenverzeichnis für Entscheidungsträger der Buch- und Medienbranche. Die Frankfurter Buchmesse ist ein Tochterunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Keine Kommentare vorhanden