Kulturelle Bildung

Reformation und Musik: Auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz hat heute in der St. Marienkirche das Themenjahr 2012 "Reformation und Musik" eröffnet. Bei dem Festgottesdienst mit Bischof Dr. Markus Dröge sprach Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrat, ein Grußwort:

08.01.2012 Pressemeldung Deutscher Kulturrat e.V.

"In fünf Jahre 2017 ist es soweit. Zum 500ten Mal jährt sich der Thesenanschlag Martin Luthers an die Schlosskirche in Wittenberg. Das Jahr "Musik und Reformation", das wir heute hier eröffnen, ist eine der Vorbereitungen auf dieses runde Jubiläum.

Die Reformation ist untrennbar mit dem Namen Martin Luther verbunden. Martin Luther war nicht nur der große Reformator, der Ketzer gegen Rom, der wortgewaltige Kanzelredner, der geniale Bibelübersetzer, der Tabubrecher, der als Mönch heiratete, der Mann der eine Bewegung beflügelte, die frischen Wind nicht nur durch Deutschland blies, der das Christentum modernisierte, sagen die einen, spaltete, sagen die anderen, der aber unbestritten einen wichtigen Beitrag zur Demokratisierung Deutschlands leistete. Der Kultur, Gesellschaft und Politik nachhaltig prägte. Martin Luther war auch ein wunderbarer Lieddichter!

Und Martin Luther war auch der erste Medienstar seiner Zeit. Der Buchdruck hat seine Schriften massenhaft verbreitet, die Malerfamilie Cranach hat sein Konterfei massentauglich für die Nachwelt festgehalten. Luther ist die am häufigsten von Künstlern porträtierte Persönlichkeit der deutschen Geschichte.

In regelmäßigen Abständen boten die Luther- und Reformationsjubiläen, Anlass das Lutherbild den jeweils vorherrschenden politischen und kulturellen Gemengelagen anzupassen. Nationalistische Töne waren oft, besonders bei bei den Feierlichkeiten zum 400 Jahrestag der Reformation 1917, unüberhörbar!

Zum letzten Mal wurde 1983 der 500. Geburtstag des Reformators, noch im geteilten Deutschland, gefeiert. Erich Honecker übernahm damals selbst den Vorsitz des staatlichen Lutherkomittees in der DDR und in der Bundesrepublik initiierte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Bernhard Vogel im Bundesrat die offizielle bundesrepublikanische Lutherehrung.

Nicht vergessen werden darf, dass 1983 Bürgerrechts- und Friedensgruppen in der DDR das Jubiläum nutzten um in Form von Thesen ihren Protest zu artikulieren.

Jetzt fünf Jahre vor dem 500 Jahrestag der Reformation ist es Zeit darüber nachzudenken wie wir 2017 das Jubiläum feiern wollen. Weniger Staat, weniger Amtskirche dafür mehr reformatorische Kultur und Kunst, das ist meine Erwartung. Das heute beginnende Jahr "Musik und Reformation" ist deshalb ein so hoffnungsvolles Signal.

Im Namen des Deutschen Kulturrates, seiner acht Sektionen und ihrer 235 Bundeskulturverbände, wünsche ich dem Jahr "Musik und Reformation" viel Erfolg und öffentliche Wahrnehmung."

Lesen Sie dazu auch die Texte in der Luther2017-Kolumne des Deutschen Kulturrates unter www.kulturrat.de/text.php?rubrik=89 und die Seite der EKD zum Themenjahr "Reformation und Musik" www.ekd.de/reformation-und-musik/


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