Reiß / Kraege: Spielleitplanung ist immer ein Gewinn
Die direkte und umfassende Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei Planungen und Umgestaltungen in einer Kommune schaffen Ergebnisse, die nicht nur der jungen Generation zugute kommen. "Die bisherigen Erfahrungen mit dem vom Jugendministerium und vom Umweltministerium unterstützten Instrument der Spielleitplanung zeigen, dass damit generationsübergreifend die Lebens- und Wohnqualität für die gesamte Bevölkerung gesteigert werden. Zu den besonderen Gewinnern zählen allerdings neben den Interessen von Kindern und Jugendlichen vor allem die Belange der Umwelt", betonten Bildungs- und Jugendstaatssekretärin Vera Reiß und Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege bei der "Regionaltagung Spielleitplanung" in Mülheim-Kärlich.
29.04.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-PfalzIm Gespräch "Spielleitplanung – Ein Gewinn für Alle" skizzierten die beiden Staatssekretärinnen gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten des Landkreises Mayen-Koblenz, Bernhard Mauel, sowie mit dem Ortsbürgermeister der Gemeinde Urmitz, Manfred Kuhn, die vielfältigen Maßnahmen von Land, Kreis und Kommunen zur Umsetzung einer kinder-, jugend- und umweltfreundlichen Stadt- und Gemeindeentwicklung in Urmitz und anderen Gemeinden. Dabei spiele das bundesweit einmalige rheinland-pfälzische Projekt "Spielleitplanung", mit dem Kinder und Jugendliche direkt in die Planungen eingebunden und in systematischer Weise Planungs- und Beteiligungsprozesse miteinander verzahnt werden, eine zentrale Rolle, betonten die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer.
Das Projekt Spielleitplanung zählt zu den wichtigen ressortübergreifenden Maßnahmen im Aktionsprogramm "Kinderfreundliches Rheinland-Pfalz", das seit 13 Jahren maßgeblich dafür sorgt, dass eine breite Palette politischer Vorhaben zu Gunsten von Kindern und Eltern aus dem gesamten Zuständigkeitsbereich der Landesregierung konzentriert weiterentwickelt werden. Dieses Projekt habe das Land – unter der Federführung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur und des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz – vor sieben Jahren gestartet, damit die politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie die Verantwortlichen der räumlichen Fachplanungen und die Akteure der Jugendhilfe den Herausforderungen kommunaler Planungen unter dem Blickwinkel der Kinderfreundlichkeit qualifiziert begegnen können.
Sieben "Modellgemeinden" – Duchroth, Waldböckelheim, Weinsheim und Hergenfeld (alle im Landkreis Bad Kreuznach), Marienthal (Donnersbergkreis), Bodenheim (Landkreis Mainz-Bingen) sowie die Stadt Neuwied – waren von 2001 bis 2004 an der Entwicklungs- und Erprobungsphase des Projekts Spielleitplanung beteiligt. Aktuell setzen 20 weitere Gemeinden landesweit die Spielleitplanung um. 20 Kommunen stehen bereits in den Startlöchern und viele weitere sind an dem Verfahren interessiert. Mehr als 80 Bauprojekte und Planungen sind als Ergebnis der Spielleitplanung landesweit bereits realisiert worden. Mehrere hundert weitere Maßnahmen sind in den bislang verabschiedeten Spielleitplänen der Gemeinden und Städte per Ratsbeschluss enthalten. Dazu gehören zum Beispiel Maßnahmen für einen sicheren Schulweg, die Neugestaltung naturnaher, kindgemäßer Außenanlagen von Kindertagesstätten und Schulen, die Umgestaltung von Freiflächen und Plätzen, die Einrichtung von Jugendtreffs, die Um- und Neugestaltung beispielsweise von Grillplätzen aber auch von Bushaltestellen zu attraktiven Treffpunkten von Jugendlichen und die Schaffung naturnaher öffentlicher Spielräume.
Um andere Gemeinden und Städte von den reichen und vielfältigen Erfahrungen und Umsetzungsprojekten im Rahmen der Spielleitplanung profitieren zu lassen und um diese zu motivieren, selbst die Spielleitplanung durchzuführen, stellten die Städte Polch und Bad Kreuznach sowie die Ortsgemeinden Urmitz, Marienthal und der Kreis Mayen-Koblenz ihre Praxis auf der Regionaltagung "Spielleitplanung" vor. An der Veranstaltung, die das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz sowie die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz gemeinsam durchgeführt haben, nahmen rund 180 interessierte Vertreterinnen und Vertreter aus den Kommunen teil.
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