Kultusministerkonferenz

Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh übernimmt Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz

Zum Jahresbeginn hat Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh die Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz (KMK) übernommen. Er folgt damit turnusmäßig auf den Hamburger Schulsenator Ties Rabe, der dieses Amt im vergangenen Jahr innehatte. "Ich freue mich auf die neue Aufgabe, möchte gerne an zentralen Themen weiterarbeiten und dabei neue Akzente setzen", erklärte der Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt.

21.01.2013 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder
  • © sachsen-anhalt.de

Bildungsgerechtigkeit stärken

Als wichtigste Aufgabe seiner Präsidentschaft bezeichnete es Stephan Dorgerloh, die Bildungsgerechtigkeit zu stärken. "Der Zusammenhang von Herkunft und Bildungserfolg ist in Deutschland nach wie vor besonders groß. Wir können es uns nicht länger leisten, dass in Deutschland zu viele Kinder ihr Potenzial nicht ausschöpfen können. Das ist auch volkswirtschaftlich eine große Herausforderung. Ich sehe in der Bildung einen zentralen Schlüssel, um allen Kindern bessere Zukunftschancen zu ermöglichen." Best-Practice Beispiele anderer Länder können hierbei Vorbild sein, fügte Stephan Dorgerloh hinzu.

Inklusive Bildung ausbauen

Als weiteres Schwerpunkthema des Jahres kündigte Dorgerloh die Weiterentwicklung im Bereich der Inklusion an. "Künftig kommt den pädagogischen und didaktischen Basisqualifikationen im Umgang mit Heterogenität und Inklusion eine noch größere Bedeutung zu. Die Professionalisierung des schulischen und außerschulischen Personals ist in den kommenden Jahren eine besondere Herausforderung", unterstreicht der Präsident. Ein zentrales Thema ist daher die Lehrerbildung. Die Kultusministerkonferenz hat aus diesem Grund die Rahmenvereinbarungen für die Ausbildung und Prüfung der Lehramtstypen mit Blick auf die Erfordernisse inklusiver Beschulung angepasst. Studiengänge für das sonderpädagogische Lehramt an Universitäten und gleichgestellten Hochschulen sollen gezielter auf die Anforderungen inklusiver Bildung an allen Schulformen ausgerichtet werden. Im Juni 2013 findet in Kooperation mit dem Bund eine Fachtagung zur inklusiven Bildung statt. Hier sollen Entwicklungsperspektiven in den Bereichen "Frühe Kindheit", "Schule", "Berufsbildung" und "Hochschule" aufzeigt werden.

Kulturelle Bildung

Ein besonderes Augenmerk möchte der Präsident zudem auf die kulturelle Bildung legen. Dabei gilt es, inhaltlich an die Ergebnisse des Schwerpunktkapitels des Bildungsberichtes 2012 "Kulturelle/musisch-ästhetische Bildung im Lebenslauf" anzuknüpfen. "Kulturelle Bildung ist sicher nicht alles – aber ohne kulturelle Bildung sind Europa und Heimat, Identität und Migration nicht zu leben und zu verstehen. Hier müssen wir ein neues Bewusstsein dafür schaffen, dass kulturelle Bildung das ganze Leben umfasst", betont Stephan Dorgerloh. Auch vor dem Hintergrund des Ausbaus der Ganztagsschulangebote gewinne die Zusammenarbeit zwischen dem Schul- und Kulturbereich an Bedeutung. Zur Verankerung kultureller Bildung in der Schule veranstaltet die Kultusministerkonferenz Ende Januar gemeinsam mit der Stiftung Mercator eine bundesweite Konferenz.

Der evangelische Theologe und SPD-Politiker Stephan Dorgerloh (46) ist seit 19. April 2011 Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt. Zuvor war er drei Jahre lang Beauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland für die Lutherdekade in Wittenberg. Darüber hinaus moderierte er von 2007 bis 2010 im Auftrag des Landtages den Bildungskonvent Sachsen-Anhalt.

Senator Ties Rabe zieht für 2012 Bilanz

Der Hamburger Senator für Schule und Berufsbildung, Ties Rabe, leitete als Präsident die Geschäfte der Kultusministerkonferenz im Jahr 2012. Zentrale Themen waren:

Einheitliche Anforderungen für die Abiturprüfung

Ein bildungspolitischer Meilenstein im Jahr 2012 war der Beschluss der Bildungsstandards für die Abiturprüfung in Deutsch, Mathematik und Englisch/Französisch sowie die Einigung auf einen Pool gleich schwerer Abituraufgaben für alle Bundesländer. Damit hat die Kultusministerkonferenz einheitliche Leistungsanforderungen für die gymnasiale Oberstufe und das Abitur in allen 16 Bundesländern festgelegt. Der geplante Aufgabenpool soll erstmals im Schuljahr 2016/17 Anwendung finden und gleichschwere Abituraufgaben in allen Bundesländern sicherstellen. "Von der Grundschule bis zum Abitur liegen jetzt bundesweit geltende Bildungsstandards für die zentralen Fächer vor. Damit verbessern die Länder nicht nur Qualität des Unterrichts und die Vergleichbarkeit der Abschlüsse, sondern stellen zugleich die Anschlussfähigkeit zwischen den Bildungsetappen sicher", erklärte Ties Rabe.

Sprachförderung verbessern

Senator Rabe betonte auch die Verbesserung der Sprachförderung. "Um die Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund abzubauen, haben die Bundesländer in den letzten Jahren die Sprachförderung erheblich ausgebaut. Denn Sprachkompetenzen bilden den wichtigsten Schlüssel zum Bildungserfolg. Nach dem rasanten Ausbau sollen jetzt die unterschiedlichen Konzepte überprüft und qualitativ verbessert werden. Deshalb haben die Bundesländer zusammen mit der Bundesregierung im Oktober 2012 eine gemeinsame Initiative zur Verbesserung der Sprachförderung, Sprachdiagnostik und Leseförderung beschlossen. Bedingt durch den demographischen Wandel und die Veränderungen in der Schülerschaft werden auch in Zukunft größere Anstrengungen erforderlich sein, um das hohe Leistungsniveau in den deutschen Grundschulen zu halten und weiterzuentwickeln."

Schwerpunktthema Übergang Schule-Beruf

Der Übergang von der Schule in den Beruf war ein Schwerpunkthema im Präsidentschaftsjahr 2012. Ende November hatte Senator Rabe Experten zu der zweitägigen Fachtagung "Grenzen überwinden – Zusammenarbeit organisieren" nach Hamburg eingeladen, um Impulse für die länderübergreifende Zusammenarbeit zu geben. "Zu viele junge Menschen bekommen direkt nach dem Schulabschluss keinen Ausbildungsplatz", so Rabe. "Die Vorbereitung auf die Berufswelt und die aktive Begleitung in einen Ausbildungsplatz muss deshalb zu eine gemeinsamen Thema von Wirtschaft, Schule und Behörden werden. Es muss wieder normal werden, dass junge Menschen mit 16 oder 17 Jahren und einem Schulabschluss in der Tasche direkt nach der Schule eine Ausbildung beginnen, statt sinnlose Warteschleifen zu durchlaufen." Die Ergebnisse der Fachtagung werden 2013 in die weitere Arbeit des Ausbildungspakts eingebracht.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden