"Sie haben die Gesellschaft maßgeblich mitgestaltet"

Fünf Persönlichkeiten aus dem Freistaat übergab heute Bayerns Kultus- und Sportminister Siegfried Schneider in München das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Es sind Josef Fendt aus Berchtesgaden, Jürgen Grundmann aus München, Peter Müller aus Waldkraiburg, Domdekan Klaus Schimmöller aus Eichstätt und Fritz Seyerlein aus Ansbach. Verliehen hat es ihnen Bundespräsident Horst Köhler aufgrund ihrer Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland. Bei der Aushändigung betonte Minister Schneider: "Sie haben durch ihr Ehrenamt die Gesellschaft maßgeblich mit gestaltet!" Er freute sich darauf, Ihnen die Auszeichnung auszuhändigen.

06.10.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Josef Fendt (Berchtesgaden) hat sich als deutscher Präsident des olympischen Weltsportverbandes um den Rennrodelsport und um das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland besonders verdient gemacht. 1970 und 1974 hatte er selbst die Weltmeisterschaft im Rennrodelsport gewonnen. Von 1980 bis 1984 fungierte Fendt als ehrenamtlicher Sportwart des Deutschen Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland e. V. und er gehört bis heute dem Präsidium dieses Verbandes an. 1985 wurde Josef Fendt zunächst zum Vizepräsident der Fédération International de Luge de Course (FIL) und 1994 zu deren Präsident gewählt. Er hat sich auch für eine solide finanzielle Grundlage des internationalen Rennrodelsports engagiert.

Jürgen Grundmann aus München arbeitet seit 1959 ehrenamtlich für den Gehörlosensport, zunächst als Jugendwart, dann als Kassier, Schriftführer, Skiabteilungsleiter, Sportwart, als 2. Vorsitzender und von 1990 bis 2007 als 1. Vorsitzender im Verein "Gehörlose Bergfreunde München e. V." Im Bayerischen Gehörlosen-Sportverband brachte und bringt Jürgen Grundmann seit 1974 zunächst als Landestennisfachwart und seit 1997 als Landesfachwart für den Wintersport seine Erfahrungen ein. Er initiierte die Einführung der Senioren-Tennismeisterschaften und veranstaltete 1999 und 2003 jeweils ein bayerisches Gehörlosen-Winter-Sportfest. Jürgen Grundmann erwarb sich darüber hinaus um den Deutschen Gehörlosen-Sportverband e. V. besondere Verdienste, gehörte z. B. 1971 der Organisationsleitung der 2. Europa-Gehörlosen-Tennismeisterschaften in München an. Als Verbandsfachwart im Wintersport baute Jürgen Grundmann eine neue Nationalmannschaft mit auf. Großen Einsatz brachte Jürgen Grundmann auch im Bezirk Oberbayern des Bayerischen Gehörlosen-Sportverbands, dem Gehörlosenverband München und Umland e.V.

Peter Müller aus Waldkraiburg hat ab 1978 die Geschichte des Dachauer KZ-Außenlagers im Mühldorfer Hart aufgearbeitet und die Erkenntnisse in dem Werk "Das Mühlrad - Beiträge zur Geschichte des Inn- und Isengaus" sowie in der Broschüre "Das Bunkergelände im Mühldorfer Hart - Rüstungswahnsinn und menschliches Leid" publiziert. Im Rahmen einer einschlägigen Ausstellung im Landkreis Mühldorf am Inn, die erstmalig die Geschichte der Dachauer Außenlager darstellte, hat sich Peter Müller intensiv mit eingebracht. In zahlreichen Führungen hat Peter Müller die grauenhaften Vorgänge Schülern wie auch Erwachsenen über mehrere Jahrzehnte hinweg nahe gebracht.

Domdekan Klaus Schimmöller aus Eichstätt hat sich in der Schulpädagogik und in der Seelsorge große Verdienste erworben. In der Schulabteilung des Bischöflichen Ordinariats Eichstätt hat Schimmöller u. a. das Religionspädagogische Seminar aufgebaut. Schimmöller hat als Mitglied der Curriculumkommission, der Konferenz der Leiter der Religionspädagogischen Seminare der Bayerischen Diözesen und der Schulreferentenkonferenz die Entwicklung der Lehrpläne für das Fach Religion mit gestaltet. Als Leiter der Hauptabteilung Schulen und Hochschulen im Bischöflichen Ordinariat Eichstätt seit 1983 wie auch im Katholischen Schulwerk in Bayern hat sich Klaus Schimmöller stark für die Weiterentwicklung des kirchlichen Schulwesens eingesetzt. Seine Zielsetzung war es dabei, "jungen Menschen neben einer gediegenen schulischen Bildung auch eine Erziehung zukommen zu lassen, die die Persönlichkeit reifen lässt und im christlichen Menschenbild seinen Orientierungsrahmen hat". Er pflegt enge Kontakte zur Katholischen Universität Eichstätt. Seit 1984 fungiert Schimmöller auch als Diözesanrichter am Offizialat der Diözese Eichstätt. Die Laienvertretung der Diözese Eichstätt, den Katholikenrat, unterstützt Schimmöller seit Jahren als Geistlicher Beirat in mehreren Sachausschüssen.

Der Buchhändler Fritz Seyerlein aus Ansbach engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich im kulturellen Leben in Mittelfranken, von 1952 bis 2005 z. B. in dem Verein ehemaliger Schüler und Freunde des Gymnasiums Carolinum Ansbach e. V. als Kassier und Schatzmeister, von 1956 bis 2001 im Vorstand des Historischen Vereins für Mittelfranken e. V. Der Evangelisch-Lutherischen Kirche fühlt sich Fritz Seyerlein besonders verbunden, arbeitete elf Jahre im Christlichen Verein junger Männer mit, gehörte von 1958 bis 2000 dem Kirchenvorstand der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde St. Gumbertus und von 1965 bis 1994 der Evangelisch-Lutherischen Gesamtkirchenverwaltung Ansbach an.

Fotos der Ordensverleihung können per Mail (pressekm@stmuk.bayern.de) angefordert werden


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