Staatssekretär Dr. Valentin Gramlich eröffnet zweiten Teil der Dauerausstellung im Museum Synagoge Gröbzig

Am Sonntag, dem 25. Mai 2008 wird Kulturstaatssekretär Dr. Valentin Gramlich um 17.00 Uhr im Museum Synagoge Gröbzig (Lange Straße 8/10, Gröbzig) den zweiten Teil der Dauerausstellung eröffnen, die den Titel trägt "Jüdische Feste und Riten". Ebenfalls ab dem 25.5.2008 wird eine Sonderschau "Dies sind die Feste der Ewigen, die heiligen Berufungen,…" zu sehen sein.

23.05.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Die Synagoge Gröbzig ist als historischer Gebäudekomplex von Synagoge, Gemeindehaus, Schule und Friedhof ein authentisches Zeugnis der ehemaligen jüdischen Gemeinde. Dies ist deutschlandweit der einzige erhalten gebliebene Synagogenkomplex dieser Art. Die Synagoge wurde in den Novemberpogromen von 1938 nicht zerstört, da sie zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr als Ort der Religionsausübung fungierte. Weil seit 1934 nicht mehr genügend (notwendig sind mindestens 10) männliche Personen zur Durchführung eines jüdischen Gottesdienstes in Gröbzig vorhanden waren, wurde die Synagoge der Stadt übertragen. Die Restgemeinde und mit ihr die religiösen Kultgeräte sind 1934 nach Dessau übergesiedelt und fielen dabei den Novemberpogromen weitestgehend zum Opfer. Die Folge war, dass in der Synagoge Gröbzig nunmehr fast keine Original-Kultgeräte mehr vorhanden sind.

Der zweite Teil der Dauerausstellung auf der Frauenempore in der Synagoge greift dieses Thema gleich in zweifacher Hinsicht auf. Erstens wurde in einem Projekt mit Studenten der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein diese Lücke mit dem Entwurf zeitgenössischer Kultgeräte (Menora, Sederteller, Etroggefäß, Jad, Tas, Elia-Becher) wenigstens teilweise geschlossen. Zum Zweiten werden damit - vor allem für Kinder und Jugendliche - jüdische Kultgegenstände erlebbar.


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