Verbände diskutieren zur Zukunft der Bildung
Parallel zur didacta – die Bildungsmesse fand auf dem Gelände der Neuen Messe Stuttgart erstmals eine bundesweit beispiellose Bildungszusammenarbeit der Kommunalen Spitzenverbände in Baden-Württemberg (Städtetag Baden-Württemberg, Gemeindetag Baden-Württemberg und Landkreistag Baden-Württemberg) statt. Die Verbände veranstalteten in Kooperation mit dem Verband der Bildungswirtschaft Didacta und der Messe Stuttgart einen gemeinsamen Bildungskongress unter dem Motto "Vernetzt denken und handeln – Was Bildung braucht". Neben dem Kongress wurde auch die praktische Umsetzung präsentiert: 95 Städte, Kommunen und Landkreise demonstrierten anhand von 265 Beispielen was bereits heute auf kommunaler Ebene in Baden-Württemberg an innovativen Bildungsprojekten angeboten wird.
21.02.2008 Pressemeldung didacta - die BildungsmesseRund 2.000 Teilnehmer, darunter 250 Oberbürgermeister, Landräte und Bürgermeister und 650 Bildungsschaffende füllten den großen Saal des Internationales Congresscenter Stuttgart (ICS). Dort eröffnete Ivo Gönner, Präsident des Städtetags und Oberbürgermeister aus Ulm, das Spitzentreffen der Kommunal- und Landespolitik. Er sieht eine neue kommunale Bildungsverantwortung und sagte: "Die Kommunen sollen nicht erst auf den Plan treten, wenn Schulen geschlossen werden." Die breitgefächerten Bildungsprojekten, die in Ausstellung gezeigt wurden bezeichnete Gönner als richtungsweisend: "Auf dieser Ausstellung können die Bildungsschaffenden voneinander lernen und sich gegenseitig inspirieren. Nicht jeder muss das Rad neu erfinden".
Auch Prof. Wassilios E. Fthenakis, Präsident des Didacta-Verbands e.V. hält die Beteiligung der Kommunen an zusätzliche Bildungsaufgaben für unumgänglich. Er plädierte für eine gemeinsame Philosophie während des ganzen Bildungsverlaufs eines Kindes. Problematische Übergänge sollten den Kindern erspart bleiben und außerschulische Lernorte müssten integriert werden.
Kultusministers Helmut Rau MdL wies in seiner Rede darauf hin, dass Schulentwicklung gemeinsam mit den Kommunen gedacht werden müsse. Kommunen seien keine Schulträger, die nur für die Gebäude verantwortlich sind. Rau stellte vor, welche Kooperationsmodelle zwischen Haupt- und Realschulen in Zukunft ermöglicht werden sollen und sagte: "Es liegt an den Schulen, was sie anbieten."
Die Schulstrukturdebatte und die möglichen Gestaltungsspielräume für einzelne Gemeinden war auch das zentrale Thema in der Podiumsdiskussion mit den bildungspolitischen Repräsentanten aller Landtagsfraktionen und den Vertretern der kommunalen Spitzenverbände. Einig waren sich alle Teilnehmer, dass die Schüler individuell gefördert und die Bildungsqualität verbessert werden müsse. Welches die richtigen Mittel und Wege sind, wurde auf Landesebene sehr kontrovers diskutiert. Beim Standpunkt der Kommunen wurde deutlich, dass die Sorge um deren Schulstandorte ein wichtiger Aspekt ist der die Bürgermeister zusammen schweißt.
Mehr Informationen, Texte und Pressefotos unter www.didacta-stuttgart.de
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