Wechsel an der Spitze der GEW Rheinland-Pfalz

Klaus-Peter Hammer, 45 Jahre, Fachleiter am Studienseminar Grund- und Hauptschulen in Kaiserslautern, ist heute auf dem Gewerkschaftstag der GEW Rheinland-Pfalz in Budenheim bei Mainz zum neuen GEW-Landesvorsitzenden gewählt worden. Hammer erhielt 118 von 122 Delegiertenstimmen ( 96,7 %). Der bisherige Landesvorsitzende, Tilman Boehlkau, hatte nach 16 Jahren Amtszeit nicht mehr kandidiert. Die stellvertretenden Landesvorsitzenden Sybilla Hoffmann, Gymnasiallehrerin in Ingelheim, und Sylvia Sund, Förderschullehrerin in Trier, wurden mit 96,7 % bzw. 84,7 % wiedergewählt.

20.05.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung GEW Rheinland-Pfalz

"Wir treten ein für eine Gesellschaft, die gerecht ist, die allen die gleichen Bildungschancen bietet, die nicht ausgrenzt und Menschen nicht fallen lässt", sagte Hammer zu den Delegierten. Die Forderungen der GEW nach längerem gemeinsamen Lernen und einer Schule für Alle werde durch die PISA-Ergebnisse bestätigt. "Nun wird es Zeit, dass die politisch Verantwortlichen dies noch deutlicher erkennen und die notwendigen bildungspolitischen Weichen mit uns gemeinsam stellen", fordert Hammer.

In der Schulpolitik habe die Landesregierung in den vergangenen Jahren eine Reihe von Reformvorhaben auf den Weg gebracht wie die Ganztagsschule, erste Schritte zur Integration Beeinträchtigter oder die individuelle Förderung, die von der GEW schon seit langem gefordert worden seien. Hammer kritisierte aber heftig, dass mit den damit verbundenen Belastungen für die Lehrerinnen und Lehrer keine Verbesserungen der Arbeitsbedingungen einher gingen. Viele der Reformvorhaben hätten zur Arbeits¬verdichtung und damit zu – zum Teil erheblichen – Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen der Kolleginnen und Kollegen geführt. "Die Arbeitsbelastung der Beschäftigten und die Ansprüche an die Arbeit in den Schulen ist in den vergangenen Jahren so enorm gewachsen, dass die Grenze der Belastbarkeit bei den meisten Lehrerinnen und Lehrern erreicht ist!" stellte der neue GEW-Landesvorsitzende fest.

Ein Schwerpunkt der Arbeit der GEW in den nächsten Jahren werde es daher sein, mit der Landesregierung und dem Bildungsministerium über die notwendigen Entlastungen und die Einstellung von zusätzlichen Lehrerinnen und Lehrern zu sprechen, sagte Hammer.

"Wir werden deutlich Gesicht zeigen", so Hammer, "und uns, wenn es sein muss, in Zukunft auch einmal dann gegen – aus unserer Sicht an sich sinnvolle – Reform-vorhaben stellen, wenn die Landesregierung nicht gleichzeitig deutliche Verbesse-rungen der Arbeitsbedingungen der im Schuldienst Beschäftigten garantiert!" machte Hammer deutlich. Dies habe nichts mit einer Verweigerungshaltung zu tun, denn dies sei die GEW ihren Mitgliedern und den Beschäftigten im Bildungsbereich, auch im Hinblick auf die Qualität der dort stattfindenden Arbeit, schuldig.

Für den Hochschulbereich verwies Hammer auf die derzeit zum Teil katastrophale Situation an den Universitäten. Insbesondere die Lehramtsstudiengänge seien mehr als mangelhaft. "Wie sollen die Studierenden in der Regelstudienzeit ihr Studium beenden können, wie sollen unter den gegenwärtigen Bedingungen neue, innovative gute junge Lehrkräfte ausgebildet werden?" fragte Hammer.

"Wie sieht es mit der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses aus? Eine Karriereplanung an Universitäten ist zurzeit nicht planbar, gibt es für sie doch nur befristete Stellen!" kritisierte der GEW-Landesvorsitzende.

Im vorschulischen Bereich forderte Hammer die Senkung der Gruppengröße in den Kindertagesstätten, die Reform der ErzieherInnenausbildung und ihre Verlagerung an die Hochschulen sowie eine verpflichtende Leistungsfreistellung in den Einrichtungen.

Ansprechpartner

GEW Rheinland-Pfalz

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