Schulabbrecher

Wird Europa seine Bildungsziele verfehlen?

(red/pm) Die EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou will die EU-Bildungsminister am Montag warnend darauf hinweisen, dass die nationalen Ziele höher gesteckt werden müssen, wenn Europa seine 2020-Ziele, die Schulabbrecherquote zu senken und die Zahl der Hochschulabsolventen zu steigern, erreichen soll.

11.02.2011 Artikel

Die Kommissarin will auch mit Nachdruck an die Schlussfolgerungen des Europäischen Rates von letzter Woche erinnern, wonach Investitionen in wachstumsbegünstigende Bereiche wie Bildung, Forschung und Innovation Vorrang haben sollen. Auf der Tagung des Bildungsministerrates am 14. Februar wollen sich die Minister darüber austauschen, wie eine Verbesserung der allgemeinen und beruflichen Bildung dazu beitragen kann, Europa zurück in die Spur zu bringen und die Grundlagen für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum zu schaffen.

Im Rahmen eines der fünf Kernziele der Strategie Europa 2020 haben sich die EU Staaten verpflichtet, den Anteil der Schulabbrecher von 14,4 % auf unter 10 % zu senken (dies bedeutete mindestens 1,7 Millionen Schulabbrecher weniger) und die Zahl der Menschen mit Hochschulabschluss von 33 % auf 40 % zu steigern (was zusätzlichen 2,6 Millionen Graduierten entspräche).

Die meisten Mitgliedstaaten – mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs und der Niederlande – haben für beide Kernziele nationale Vorgaben festgelegt, um an der Realisierung der europäischen Ziele mitwirken zu können. Aber zusammengenommen würden die nationalen Vorgaben dazu führen, dass Europa seine 2020-Ziele verfehlt: Es wären 800 000 Hochschulabsolventen zu wenig und 200 000 Schulabbrecher zu viel.


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