Zahl der Gastfamilien seit 2000 fast verdoppelt

Wer einen Austauschschüler aufnimmt, wird reich belohnt: mit Sprachkenntnissen, interkulturellem Know-how und einem bunten Familienleben. Im September 2008 startet das neue Gastfamilienprogramm von AFS: Mit mehr als 700 Jugendlichen ist es das größte in Deutschland.

26.03.2008 Pressemeldung AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.

Im sechzigsten Jahr ihres Bestehens konstatiert Deutschlands älteste Jugendaustauschorganisation AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. erfreut: Immer mehr Familien sind bereit, einen Austauschschüler bei sich aufzunehmen. Engagierten sich im Jahr 2000 deutschlandweit noch 414 Gastfamilien bei AFS, so bieten heute schon 766 Familien Schülern aus aller Welt ein Zuhause auf Zeit. Damit ist das Gastfamilienprogramm von AFS das größte in Deutschland.

Im kommenden September ist es wieder so weit: 700 Schüler aus so unterschiedlichen Ländern wie Panama, Kolumbien, Japan, Thailand, Brasilien, Australien und Polen kommen nach Deutschland und suchen ein Zuhause auf Zeit. Wer sich vorstellen kann, ein Schuljahr lang ein Gastkind aus einem anderen Land bei sich aufzunehmen, findet hier nähere Informationen für Gastfamilien.

Der gestiegene Zahl der Gastfamilien lässt auf eine Veränderung in der Gesellschaft schließen: "Die Familien, die sich bei uns melden, sind in den vergangenen Jahren viel offener für die verschiedensten Kulturen geworden", sagt Annette Domhan, Programmdirektorin bei AFS. Dabei stehen Schüler aus den USA und aus anderen englischsprachigen Ländern nach wie vor auf der Wunschliste deutscher Gastfamilien ganz oben. Doch nicht nur englischsprachige Länder liegen im Trend bei den Gastfamilien: "Immer mehr Familien können sich von Anfang an vorstellen, auch einen Schüler aus Lateinamerika oder Asien aufzunehmen", sagt Domhan.

Ein wichtiger Grund für das wachsende Interesse, sich die Welt ins Wohnzimmer zu holen, ist das Bewusstsein, dass Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenz wichtige Werte sind, von denen auch der eigene Nachwuchs profitiert. "Sicher macht ein Gast immer etwas Arbeit", sagt Gastvater Thorsten Klammer. "Letztlich ist es aber eine Bereicherung, die sich auch auf unsere Kinder auswirkt: Soziale Kompetenzen werden ganz beiläufig auf die Probe gestellt und die gänzlich anderen Lebensgewohnheiten anderer Menschen öffnen die Augen dafür, dass man das Leben auch anders leben kann."

10_gastfamilie_mit_mexikanerin Gleichzeitig ist Deutschland ein beliebtes Gastland unter den ausländischen Jugendlichen geworden: Allein die Zahl der AFS-Gastschüler aus Asien hat sich seit dem Jahr 2000 verdreifacht. "Erstaunlich viele asiatische, aber auch osteuropäische Schüler wollen ihr Auslandsjahr unbedingt in Deutschland verbringen. Das wäre ohne engagierte Gastfamilien mit Interesse an Land und Leuten nicht möglich", sagt Mick Petersmann, Geschäftsführer von AFS.

Im Gegenzug bereitet die Austauschorganisation Gasteltern intensiv auf das Zusammenleben mit dem neuen Familienmitglied vor. Neben Informationen zu Themen wie "Tipps für den Anfang" oder "Umgang mit anderem Zeitverständnis" finden regelmäßig Veranstaltungen statt, auf denen auch individuelle Fragestellungen geklärt werden können. Darüber hinaus wird jede Familie während des Austauschs von einem ehrenamtlichen AFS-Familienbetreuer begleitet.

Die Qualität der Gastfamilienbetreuung zahlt sich aus: In einer Umfrage von AFS zeigten sich 75 Prozent der befragten Gastfamilien mit der Betreuung "sehr zufrieden", "zufrieden" mit der geamten Austauscherfahrung waren sogar 89 Prozent.Für das AFS-Gastfamilienprogramm können sich Familien, Paare ohne Kinder und Alleinerziehende bewerben. Einzige Voraussetzung ist das Interesse an anderen Menschen und Offenheit gegenüber Neuem. Fremdsprachenkenntnisse werden nicht erwartet. Bei der Vermittlung achtet AFS darauf, dass die Austauschschüler von ihren Interessen her zur Gastfamilie passen.


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