10 Jahre Landeskommission Berlin gegen Gewalt:

Der Vorsitzende der Landeskommission Berlin gegen Gewalt, Staatsekretär für Bildung, Jugend und Sport, Thomas Härtel, sowie die Mitglieder der Kommission, Staatssekretärin für Arbeit und Frauen, Susanne Ahlers, Staatsekretär für Justiz, Christoph Flügge, Staatsekretär für Inneres, Ulrich Freise und der Beauftragte des Senats für Integration und Migration, Günter Piening zogen am Freitag, in Berlin Bilanz zu den zehn Jahren der Arbeit der Landeskommission Berlin gegen Gewalt:

29.10.2004 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Als mittel- und langfristiges Arbeitsprogramm hat die Landeskommission im Juni 2004 elf Essentials zur Gewalt und Kriminalitätsprävention beschlossen. Unter anderem:

· Um Erziehungskompetenzen zu stärken, wird eine gemeinsame Kampagne vorbereitet, die die Kompetenzen von Erziehungsberechtigten fördern und die präventiven Potenziale der Berliner Bildungseinrichtungen noch stärker als bisher zur Geltung bringen soll.

· Um die Gewalt von jungen Männern nichtdeutscher Herkunft in den Blick zu nehmen, soll eine ressort- und institutionenübergreifende Arbeitsgruppe mit Organisationen der Bürgerinnen und Bürger nichtdeutscher Herkunft Maßnahmen zur Reduzierung von Gewalt und Kriminalität entwickeln.

· Außerdem werden Informationsmaterialien zu Schwerpunktthemen erarbeitet, wie z. B. Gewalt in der Familie, in der Erziehung, in der Schule, auf Schulwegen, sowie häusliche Gewalt, interethnische Gewalt, gegen Minderheiten, in Nachbarschaften und aus rechtsextremistischen und homophoben Hintergründen.

Vorsitzender und Staatssekretär Thomas Härtel: "Die Ergebnisse von zehn Jahren ressortübergreifender Präventionsarbeit in Berlin können sich sehen lassen: Viel Neues hat sich beispielsweise an unseren Schulen entwickelt: Mediation, Streitschlichtung, Konfliktlotsen, ein neuer Umgang mit Schuldistanz, Soziales Lernen, sowie SchulpsychologInnen für Gewaltprävention und Krisenintervention. Wichtig ist, dass das Bewusstsein für die Präventionsarbeit in unserer Stadt enorm gewachsen ist. Die Kooperation von Schule, Jugendhilfe, Polizei und Justiz in der Gewaltprävention hat sich wesentlich verbessert. Mit der Mitarbeit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in der Landeskommission Berlin gegen Gewalt werden wir die ressortübergreifende Präventionsarbeit in Berlin ausbauen und intensivieren. Um unsere Zusammenarbeit mit den Bezirken weiter zu entwickeln, wollen wir, dass auch der Rat der Bürgermeister künftig in der Landeskommission Berlin vertreten ist. Der Berliner Senat hat den Rat der Bürgermeister bereits gebeten, zwei VertreterInnen in die Kommission zu entsenden."

Staatssekretär Christoph Flügge: "Gemeinsam haben Justiz, Schule und Jugendhilfe ein Rechtskundepaket entwickelt, das in Projektwochen an Berliner Schulen umgesetzt wird. Damit fördern wir die Entwicklung von Rechtsbewusstsein bei jungen Menschen und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Prävention im Bereich der Kinder- und Jugenddelinquenz. Die Zusammenarbeit von Justiz, Polizei und Jugendhilfe im Umgang mit Intensivtätern setzt Maßstäbe: Das neue Intensivtäterkonzept hat sich bewährt."

Der Beauftragte des Senats für Integration und Migration, Günter Piening: "Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus gefährden das demokratische Miteinander. Mit den Bezirksstudien und Lokalen Aktionsplänen für Demokratie und Toleranz haben wir neue Instrumente entwickelt, um gemeinsam mit den Bezirken demokratische Strukturen zu stärken und zivilgesellschaftliches Engagement zu fördern."

Staatssekretär Ulrich Freise: "Die dramatische Entwicklung der Kinder- und Jugenddelinquenz in den 90er Jahren konnte gestoppt werden. Bei der Gewaltkriminalität bleibt jedoch noch viel zu tun. Wir brauchen über die bereits abgeschlossenen Kooperationsvereinbarungen zwischen Polizei und Schulen hinaus noch weitere Vernetzungen. Der Einsatz von Polizeilichen Präventionsbeauftragten auf jedem Berliner Polizeiabschnitt schafft dafür eine wichtige Voraussetzung."

Staatssekretärin Susanne Ahlers: "In den vergangenen 10 Jahren ist es durch die konzentrierte Kooperation aller am Abbau und der Prävention von häuslicher Gewalt gegen Frauen und Mädchen befassten Institutionen und Projekten zu einem deutlich verbesserten Opferschutz gekommen. Die hohe Inanspruchnahme der BIG-HOTLINE, von Frauenhäusern und Beratungsstellen ist auch ein Zeichen dafür, dass wir in Berlin die richtigen Maßnahmen umgesetzt haben, um Frauen und Kinder zu unterstützen und zu einem gewaltfreien Leben zu ermutigen."

Alle Essentials können bei der Geschäftsstelle der Landeskommission angefordert oder im Internet unter www.berlin-gegen-gewalt.de heruntergeladen werden.

Geschäftsstelle der Landeskommission Berlin gegen Gewalt
Tel.: 030 9026 5259/53
Fax : 030 9026 5003
E-Mail


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