Abkommen zur Reform des Deutsch-Französischen Jugendwerkes unterzeichnet

Das Deutsch-Französische Jugendwerk erhält im 42. Jahr seines Bestehens eine neue Struktur und neue Aufgaben. Bundesministerin Renate Schmidt und ihr französischer Amtskollege Jean-François Lamour unterzeichneten heute anlässlich des 5. Deutsch-Französischen Ministerrates in Paris zusammen mit den Außenministern beider Länder, Joschka Fischer und Michel Barnier, sowie dem Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit, Ministerpräsident Peter Müller, das Abkommen zur Reform des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW).

26.04.2005 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

"In vier Jahrzehnten haben sich die Rahmenbedingungen für den Austausch von Jugendlichen beider Länder verändert, mussten Ziele und Strukturen angepasst werden. Das Deutsch-Französische Jugendwerk ist nun hervorragend aufgestellt für die neuen Herausforderungen", erklärte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt. "Wir wollen sicherstellen, dass sich mit Unterstützung des Jugendwerkes noch mehr junge Deutsche und Franzosen begegnen können."

Eine von beiden Jugendministerien eingesetzte Expertengruppe sowie eine Gruppe von Abgeordneten des Bundestags und der Assemblée Nationale hatten die inhaltliche Arbeit und die Strukturen des DFJW evaluiert und Neuerungen vorgeschlagen. Basierend auf den Ergebnissen beider Expertisen, hat eine deutsch-französische Regierungsarbeitsgruppe das bestehende Abkommen fortentwickelt. Weitere Änderungen des Abkommens, das Mitte 2005 in Kraft treten soll, beziehen sich auf das Personalstatut und die Finanzordnung des Jugendwerks.

Das Abkommen definiert Ziele und Handlungsfelder des Deutsch-Französischen Jugendwerkes neu. Interkulturelles Lernen, berufliche Qualifizierung, die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und die Förderung der Sprachmotivation werden im Mittelpunkt der Austauschbegegnungen stehen. Das Jugendwerk wird außerdem in seiner Rolle als Kompetenzzentrum für beide Regierungen gestärkt; es wird als Mittler und Berater der verschiedenen staatlichen Ebenen und der Zivilgesellschaft in Deutschland und Frankreich dienen.

Außerdem wurden die Gremien des DFJW neu strukturiert. Mit dem Inkrafttreten des neuen Abkommens wird ein kleines Entscheidungsgremium (Verwaltungsrat) aus Vertretungen der Regierungen, der Parlamente, der Länder und Jugendlicher sowie ein größeres beratendes Gremium (Beirat) mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaften gebildet. Damit wurde auf die Kritik reagiert, dass Mitglieder des Kuratoriums des DFJW gleichzeitig über den Haushalt entschieden und Zuwendungsempfänger des DFJW waren. "Wir stellen sicher, dass die Verwaltung effizient, offen und transparent arbeitet", so Bundesministerin Renate Schmidt.

Der Beirat, der mit dem Verwaltungsrat auch personell verzahnt wird, besitzt aufgrund seiner fachlichen Beratungsfunktion ein großes Gewicht und wirkt bei der inhaltlichen Ausrichtung des Jugendwerkes entscheidend mit. Beide Gremien - Verwaltungsrat und Beirat - werden künftig in enger Kooperation arbeiten. "Das Jugendwerk hat bis heute über 7 Mio. junge Deutsche und Franzosen in gemeinsamen Projekten unterstützt. Das war nur möglich, weil eine enge Zusammenarbeit mit den Partnern aus Vereinen und Verbänden besteht. Ihr fachlicher Rat bleibt auch künftig für den Erfolg des Jugendwerks unerlässlich", hob Bundesministerin Renate Schmidt hervor.

Darüber hinaus schreibt das Abkommen eine neue Rollenverteilung zwischen den beiden Generalsekretären fest. Es wird zukünftig nicht einen Generalsekretär und einen stellvertretenden Generalsekretär geben, sondern zwei gleichberechtigte und nach dem Kollegialitätsprinzip arbeitende Generalsekretäre. "Ein starkes politisches Symbol", so Renate Schmidt, "unterstreicht es doch die erfolgreiche Zusammenarbeit eines deutsch-französischen Tandems in gemeinsamer Verantwortung."

Das Deutsch-Französische Jugendwerk wurde 1963 gegründet. Es wird zu gleichen Teilen aus deutschen und französischen Regierungsbeiträgen finanziert; im Jahr 2004 mit insgesamt rund 20,5 Millionen Euro. Jedes Jahr fördert das Deutsch-Französische Jugendwerk rund 7.000 deutsch-französische Begegnungen mit nahezu 200.000 Teilnehmenden. Generalsekretär des Jugendwerkes ist seit dem Jahr 2004 der Franzose Max Claudet, stellvertretende Generalsekretärin die Deutsche Dr. Eva Sabine Kuntz. An den Programmen haben seit der Gründung über sieben Millionen Jugendliche teilgenommen.


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