Ahnen: Schulsozialarbeit wird an Berufsbildenden Schulen gezielt ausgebaut
In den Berufsbildenden Schulen (BBS) wird die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern, die eine besondere Förderung brauchen, durch den Ausbau der Schulsozialarbeit weiter intensiviert. Darauf wies Bildungsministerin Doris Ahnen heute im Landtag im Rahmen einer "Aktuellen Stunde" hin.
30.11.2005 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-PfalzNachdem bereits alle 48 Berufsbildenden Schulen mit einem Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) durch Schulsozialarbeiterinnen und -sozialarbeiter unterstützt würden, werde die Landesregierung – wie bereits im Bildungsausschuss angekündigt – nun die Unterstützung des BBS-Bereichs durch Schulsozialarbeit mit Blick auf die Berufsfachschule I gezielt ausbauen, sagte die Ministerin. Dafür würden zusätzlich Ressourcen im Umfang von zehn Stellen in der Schulsozialarbeit zur Verfügung gestellt.
"Die zusätzliche Hilfestellung für Berufsbildende Schulen durch den Ausbau der Schulsozialarbeit wird vor allem solchen Schulen zugute kommen, die besondere Probleme auf Grund der sozialen Zusammensetzung ihrer Schülerschaft haben und die bisher noch nicht mit Schulsozialarbeit ausgestattet sind. Eine gewichtige Rolle spielen zudem die Schülerzahlen an der Berufsfachschule I im laufenden Schuljahr", sagte Doris Ahnen. Bedingung sei zudem, dass die Schulsozialarbeit in das Qualitätsprogramm der betreffenden Schulen konzeptionell eingebunden sei, und dass das bereits eingeführte "Qualitätsprofil für Schulsozialarbeit an Berufsbildenden Schulen" umgesetzt werde.
"Mit diesem Schritt wird eine der zentralen Zielsetzungen der insgesamt erfolgreichen BBS-Reform nochmals unterstützt. Neben der Erweiterung der Qualifizierungsmöglichkeiten hin zu höheren Schulabschlüssen wie der Fachhochschulreife und dem Abitur durch die Berufsoberschule I und II, eröffnete die BBS-Reform den Schulen nämlich auch die notwendige Gestaltungskompetenz, um Stütz- und Förderangebote zu Gunsten von leistungsschwächeren jungen Leuten zu intensivieren", betonte die Bildungsministerin. Bestandteil des Konzepts sei auch die Zusammenführung des früheren Berufsgrundbildungsjahres (BGJ) und der ersten Klassenstufe der früheren Berufsfachschule zur neuen Berufsfachschule I (BFS I). Die BFS I habe zum Ziel, die Berufsreife der Jugendlichen zu stärken, ihre Grundqualifikationen zu verbessern und so ihre Ausbildungschancen zu erhöhen. In den pädagogischen Konzepten der Schulen hätten Aspekte wie die individuelle Förderung, die intensive Beratung und die Unterstützung aller Schülerinnen und Schüler der BFS I einen neuen Stellenwert erhalten. Dabei seien der Anteil der berufsbezogenen Qualifizierung und vor allem die bisherige Durchlässigkeit des Systems erhalten worden. Dass dies auch tatsächlich erfolgreich gewesen sei, zeige die Tatsache, dass die Übergangsquote in die neue Berufsfachschule II nicht entscheidend von den Quoten früherer Jahre abweiche. Eine Erschwernis für den Übertritt in die Berufsfachschule II sei im Vergleich mit der Situation vor der BBS-Reform nicht eingetreten.
"Die Landesregierung wird auch weiterhin alle Möglichkeiten nutzen, um einerseits leistungsstärkere als auch leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler weiter zu fördern. Andererseits wird aber auch die Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer in allen Schulen und insbesondere im BBS-System konsequent weiter verbessert", betonte die Bildungsministerin. Die pädagogischen Serviceeinrichtungen im Land, insbesondere das Institut für schulische Fortbildung und schulpsychologische Beratung (IFB) und das Pädagogische Zentrum (PZ), unterstützten Berufsbildende Schulen und deren Lehrkräfte unter anderem durch spezielle Angebote, die auf die Berufsfachschule I zugeschnitten seien. Der jetzige Ausbau der Schulsozialarbeit werde diese Unterstützung noch intensivieren.
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