Bachelor-AbsolventInnen brauchen eine breite Berufsperspektive

Die GEW BERLIN sieht in der Schaffung eines Berufsbildes "Lernassistent" die Gefahr, dass Bachelor-AbsolventInnen in die berufliche Sackgasse gedrängt werden. Der Bachelor-Abschluss mit Lehramtsoption muss offen sein für verschiedene Tätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt.

02.12.2005 Berlin Pressemeldung GEW Berlin

Die Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke: "Man tut den Bachelor-AbsolventInnen keinen Gefallen, wenn man sie auf ein Berufsbild "Lernassistent" festlegt und sie vom Wohl und Wehe der Finanzplanung des Landes Berlin abhängig macht. Damit werden den BA-Studierenden Berufsperspektiven vorgegaukelt, die es in Wirklichkeit nicht gibt. Die Tätigkeiten, die BA-AbsolventInnen ausüben sollen, wie Betreuung von Arbeitsgemeinschaften oder Freizeitarbeit, werden in den Schulen u.a. von ErzieherInnen und SozialpädagogInnen wahrgenommen. Wir befürchten deshalb, dass es zu einem Verdrängungswettbewerb zu Lasten regulärer Stellen für ErzieherInnen und Lehrkräfte kommen wird.

Die Politik bemüht ja gern die Schulen in Finnland, wo LernassistentInnen gang und gäbe sind. Diese haben aber nicht den Beruf Lernassistent, sondern sind SozialpädagogInnen, PsychologInnen und andere Fachkräfte."

Mit dieser Berufsbilddebatte wird von den eigentlichen Problemen bei der Einführung von BA- und MA-Studiengängen in der LehrerInnenbildung abgelenkt. Diese bestehen in der viel zu engen und häufig unkoordinierten Planung der BA-Studiengänge, der hohen Studienbelastung sowie in der völlig unklaren Frage des Übergangs zum Masterstudium.

"Die FU-Studierenden protestieren aktuell gerade wegen der gravierenden Probleme in den neuen Bachelor-Studiengängen. Hier müssen schnell Veränderungen erfolgen. Dazu gehört auch, dass endlich eine gesetzliche Regelung getroffen wird, die den Zugang zum Masterstudium ohne Einschränkungen ermöglicht. Für die Berufsperspektive von Lehramtsstudierenden ist es entscheidend, dass ihnen der Weg zum Masterstudium offen steht", so Rose-Marie Seggelke weiter.

Ansprechpartner

GEW Berlin

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