Bayerische Forschungsverbünde

Eine Offensive Deutschlands zur Rückeroberung einer Spitzenstellung als Innovationsstandort hat Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Montag in München gefordert. Hauptmotor für Innovation und Kreativität müssten dabei Hochschulen und Forschungsinstitute sein.

26.07.2004 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Bei einer Festveranstaltung für die Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Forschungsverbünde (Abayfor) in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sagte der Minister: "In einem Land ohne Rohstoffe geht nichts ohne Forschung."

Aufgabe von Wissenschaft und Forschung sei es zum Beispiel, die Abhängigkeit unserer Gesellschaft vom Erdöl zu erkennen und nach Alternativen zu suchen. Bei der Stammzellenforschung und Genomik, so Goppel, werde offensichtlich, dass Entscheidungen zwischen dem technisch Machbaren und dem gesellschaftlich Vertretbaren nur bei einem Zusammenwirken von Natur- und Geisteswissenschaften möglich sein werden. "Im Freistaat Bayern hat man diese Aufgaben erkannt", analysierte Goppel. So baue auch die vor kurzem eröffnete Carl-von-Linde-Akademie an der Technischen Universität München ganz bewusst Brücken von den Natur- und Ingenieurwissenschaften hin zu den Geisteswissenschaften.

Besonderen Stellenwert hat für Bayern die Förderung der interdisziplinären Forschung. Die so genannten Forschungsverbünde sind ein wichtiges Element der bayerischen Forschungspolitik. Forschungsverbünde sind Netzwerke von Wissenschaftlern verschiedenster Fachrichtungen und oft auch von Partnern aus der Wirtschaft, die gemeinsam eine komplexe Aufgabe bearbeiten. In den vergangenen 15 Jahren sind in Bayern mehr als 40 Forschungsverbünde gegründet worden - sowohl im Bereich der Natur- und Technikwissenschaften als auch auf dem Gebiet der Geistes- und Naturwissenschaften. Mit dem Elitenetzwerk Bayern wurde ein Programm zur Spitzenförderung auf den Weg gebracht. Die Vernetzung von Elitestudiengängen und Abayfor könne auch dadurch dokumentiert werden, so der Minister, dass Professoren, die sich in den Forschungsverbünden engagieren, gleichzeitig Mitgestalter der Elitestudiengänge sind.

Goppel: "Die bayerischen Forschungsverbünde haben sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt." Der Minister hob aus aktuellem Anlass drei Verbünde besonders hervor: Den Forschungsverbund Ost- und Südosteuropa (Forost), der durch die Erweiterung der EU für Bayern zentrale Bedeutung gewonnen habe; den Forschungsverbund für Situierung, Individualisierung und Personalisierung in der Mensch-Maschine-Interaktion (Forsip), bei dem wissenschaftliche Höchstleistungsrechner zur Erforschung von Kommunikation zwischen Mensch und Maschine eingesetzt werden; und den Forschungsverbund Miniaturisierte Analyseverfahren durch Nanotechnologie (Fornano), bei dem zum Beispiel Analyselabors von der Größe eines Daumennagels erforscht werden.

Die Arbeitsgemeinschaft Abayfor wurde als gemeinsame Plattform für die Bayerischen Forschungsverbünde 1993 gegründet. Unterstützt vom Bayerischen Wissenschaftsministerium stellt Abayfor die Leistungen der Forschungsverbünde nach außen dar und regt Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zur Nutzung der wissenschaftlichen Expertise an.

Die bei der Veranstaltung eröffnete Ausstellung "Zukunftsverbünde interaktiv" in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zeigt aktuelle Projekte der Einrichtungen, die thematisch von der EU-Osterweiterung bis hin zu Hightech im Körper reicht.


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