Beratungsstellen öffentlicher und freier Träger in Baden-Württemberg unterstützten 2006 über 37 000 junge Menschen

Können junge Menschen ihre Probleme nicht alleine oder mit Hilfe ihrer Familie bewältigen, bietet die Kinder- und Jugendhilfe ein breites Spektrum individueller erzieherischer Hilfen an. Die Erziehungs-, Familien-, Jugend- und Suchtberatungen stellen dabei oftmals eine erste Anlaufstelle dar. Wie das Statistische Landesamt feststellt, nahmen im vergangenen Jahr 37 027 junge Menschen unter 27 Jahren die Hilfe von Beratungsstellen öffentlicher und freier Träger in Anspruch. 2005 waren es 36 700 Hilfen, 2004 knapp 37 000 Hilfen.

20.09.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Die mit Abstand meisten Beratungen waren Erziehungs- und Familienberatungen (88 Prozent), während Jugend- bzw. Suchtberatungen mit Anteilen von 11 bzw. 1 Prozent nur von geringerer Bedeutung waren. 72 Prozent der Beratungen betrafen Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren. Über die Hälfte der jungen Menschen lebte bei den Eltern, 31 Prozent lebten bei einem allein erziehenden Elternteil. An Jungen und junge Männer richteten sich 56 Prozent der Beratungen.

Die Initiative für eine Beratung ging bei nur 7 Prozent der Beratungen von den jungen Menschen selbst aus. In 71 Prozent der Beratungen (26 158 Fälle) sahen sich vielmehr die Mütter wegen Schwierigkeiten in Erziehungs- oder Familienfragen veranlasst, eine Beratungsstelle hinzuzuziehen. Die Anlässe für Beratungen sind meist vielschichtig: Beziehungsprobleme aller Art wurden mit 44 Prozent am häufigsten genannt. Diese können im Erziehungsgeschehen zwischen Kind und Eltern, im Verhältnis der Eltern zueinander oder im Verhältnis zum sozialen Umfeld allgemein auftreten. Schul- oder Ausbildungsschwierigkeiten, Entwicklungsauffälligkeiten und Probleme, die Trennung oder Scheidung der Eltern zu verkraften, nannten jeweils 23 Prozent. Nach einer Dauer von durchschnittlich sieben Monaten wurden über 70 Prozent der Beratungen einvernehmlich beendet. Die Inanspruchnahme des Beratungsangebots war regional sehr unterschiedlich. Im Regierungsbezirk Stuttgart fanden 36 Prozent der Beratungen statt, 28 Prozent wurden im Regierungsbezirk Karlsruhe, 20 Prozent im Regierungsbezirk Freiburg und 16 Prozent im Regierungsbezirk Tübingen durchgeführt.

Hinweis Regionalangaben: Angaben zu den Hilfen in den 44 Stadt- und Landkreisen können beim Statistischen Landesamt unter jugendhilfe( at )stala.bwl.de angefordert werden.


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