Bildungsministerin Erdsiek-Rave und Lehrerorganisationen unterzeichnen Folgevereinbarung zu "Jede Stunde zählt"

"Die Minimierung des Unterrichtsausfalls an schleswig-holsteinischen Schulen ist und bleibt ein wichtiges Ziel. Die Landesregierung und die Lehrerverbände und -gewerkschaften haben das mit der Unterzeichnung der Folgevereinbarung zu "Jede Stunde zählt" noch einmal deutlich gemacht." Das sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (31. Januar) in Kiel. Die 2003 gestartete Landesinitiative habe sich als überaus erfolgreich erwiesen, so die Ministerin. " Es ist uns gemeinsam gelungen, den Unterrichtsausfall um mehr als die Hälfte zu reduzieren." Sie dankte dabei ausdrücklich der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, dem Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Berufsbildenden Schulen, dem Philologenverband, dem Verband Bildung und Erziehung sowie dem Verband deutscher Realschullehrer für ihre Bereitschaft, mit der Unterzeichnung der gemeinsamen Vereinbarung, das Konzept auch in Zukunft mit zu tragen.

01.02.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Wesentlicher Bestandteil der gemeinsamen Erklärung ist, dass sowohl Bildungsministerium als auch die Lehrkräfte in Schleswig-Holstein sich zu der Verantwortung bekennen, für die Verlässlichkeit und Verbindlichkeit des Unterrichtsangebotes zu sorgen. Im Landeshaushalt sollen bis 2010 jeweils 12,1 Millionen Euro für zusätzlichen Vertretungsunterricht zur Verfügung gestellt werden.

Die Initiative "Jede Stunde zählt" war im Frühjahr 2003 von der Landesregierung ins Leben gerufen worden. Insgesamt 24,2 Millionen Euro waren für den Vertretungsfonds für die Jahre 2004 und 2005 bereit gestellt worden. Im Dezember 2003 hatten Bildungsministerium, die Lehrergewerkschaft und die Lehrerverbände dann die erste Vereinbarung zur Vermeidung von Unterrichtsausfall unterzeichnet. Bildungsministerin Erdsiek-Rave zog jetzt eine positive Bilanz: "Die Landesinitiative "Jede Stunde zählt" hat sich schnell etabliert. Schulämter und Schulen können nun flexibler reagieren und zwischen verschiedenen Instrumenten zur Vermeidung von Unterrichtsausfall wählen. Das hat sich bewährt." Sie hob hervor, dass die Initiative auch dazu geführt habe, dass in den Schulen offener diskutiert werde über Unterrichtsformen wie Alleinarbeit und Projektarbeit, sowie über Ökonomie des Unterrichts (Wie können Schüler und Schülerinnen auf selbstständiges Arbeiten vorbereitet werden?) oder eine stärkere Einbeziehung der Eltern.

Dank der Initiative "Jede Stunde zählt" konnte an den Grundschulen des Landes der Unterrichtsausfall weitest gehend vermieden werden und an den übrigen Schularten deutlich reduziert werden. Insgesamt fielen in allen Schulen im Schuljahr 2004/05 nur noch 2,3 Prozent der Unterrichtsstunden aus, im Vorjahr waren es noch 2,6 Prozent und 2001/2002 noch 5,2 Prozent.

Auf die einzelnen Schularten verteilt, ergibt sich folgendes Bild: An den Grundschulen fielen noch 1,29 Prozent der Stunden aus, an den Grund- und Hauptschulen 1,82 Prozent und an den Hauptschulen 2,11 Prozent. An den Realschulen des Landes fielen von 3,14 Prozent des Unterrichts aus, an den Gymnasien 3,16 Prozent, an den Gesamtschulen waren es 2,91 Prozent und an den Sonderschulen 1,73 Prozent. Insgesamt hat sich über alle Schularten hinweg der Stundenausfall gegenüber den Vergleichszahlen vor Beginn von "Jede Stunde zählt" um mehr als die Hälfte reduziert.

Der Erfolg wird von allen Beteiligten getragen. Die Schulen und die Lehrkräfte haben im Rahmen der Aktion "Jede Stunde zählt" individuelle Konzepte erarbeitet, um mit organisatorischen Mitteln Unterrichtsausfall zu vermeiden, das betrifft unter anderem die Stundenplangestaltung und die Organisation von Vertretungsunterricht zum Beispiel auch durch die kurzzeitige Zusammenlegung von Klassen oder Stillarbeit. Parallel dazu stellt die Landesregierung seit 2004 jährlich 12,1 Millionen Euro zur Verfügung. Aus diesem Fonds wird Personal für kurzfristige Vertretungen finanziert. Allein im Schuljahr 2004/05 wurden mehr als 2.500 Verträge geschlossen. Überwiegend handelt es sich bei den Vertretungskräften um ausgebildete Lehrkräfte, aber es kommen auch anderweitig Qualifizierte aus pädagogischen oder Schulfach bezogenen Arbeitsfeldern zum Einsatz, Darunter sind auch interessierte Eltern. Zur Initiative gehört auch, dass alle Schulen monatlich den Unterrichtsausfall sowie Art und Umfang des Vertretungsunterrichts an die Schulaufsicht melden. Dazu wurde das bundesweit einmalige Online Datenbank-Informationssystem ODIS entwickelt. So kann die Schulaufsicht bei Bedarf vor Ort beratend und unterstützend tätig werden.


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