Bildungsministerium weist Vorwurf der Jungen Union zum DDR-Geschichtsunterricht zurück
Die Forderung der Jungen Union Brandenburg an das Bildungsministerium, die umfassende Vermittlung der DDR-Geschichte im Rahmenplan festzuschreiben, weist das Bildungsministerium zurück.
09.11.2004 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg"Die Vermittlung von DDR-Geschichte an brandenburgischen Schulen hat einen herausgehobenen Stellenwert", sagt Pressesprecher Thomas Hainz. "Die Mauer, die Staatssicherheit und die Wiedervereinigung sind feste Bestandteile in den Rahmenlehrplänen Politische Bildung und Geschichte. Es ist schlecht recherchiert und diskreditierend, wenn die Junge Union behauptet, dass etwa das Stichwort 'SED-Diktatur' nicht vorkommt. Im Rahmenlehrplan Politische Bildung ist auf Seite 44 festgelegt, die diktatorischen Strukturen der DDR-Staatsform im Unterricht zu behandeln. Außerdem hat die 'Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur' in diesem Jahr eine Expertise 'Zum Stellenwert des Themas DDR-Geschichte in den Lehrplänen der deutschen Bundesländer' vorgestellt, die feststellt, dass die bran-denburgischen Rahmenpläne und Rahmenlehrpläne eine große Bandbreite der DDR-Geschichte abdecken. Die Studie widerlegt die von der Jungen Union Brandenburg gebetsmühlenartig wiederholten Vorwürfe, das Bildungsministerium würde zu wenig für die Vermittlung der DDR-Geschichte an brandenburgischen Schulen unternehmen."
Die Expertise wurde mit dem Ziel erstellt, die Diskussion über den angemessenen Umgang mit dem Thema "DDR-Geschichte" im Unterricht zu befördern. Dazu wurden 107 derzeit gültige Lehrpläne der Bundesländer anhand ausgewählter Indikatoren (Politikfelder) begutachtet. Ergebnis: Für das Land Brandenburg wurden in der Expertise Lehrplanbelege angeführt, die folgende Bereiche umfassen: "Der politische Neubeginn", "Das Gesellschafts- und Machtsystem unter der SED", "Zur Gesellschaftsgeschichte der DDR (vor allem die Bereiche: "Wirtschaft", "Familie, Frauen und Jugend", "Alltagsleben, "Kirche im Sozialismus"), "Widerstand und Opposition in der DDR", "Die deutsch-deutschen Beziehungen" und die "Erlangung der deutschen Einheit". Damit wird eine große Bandbreite der DDR-Geschichte abgedeckt.
Einführend wird darauf verwiesen, dass eine Reihe von Bundesländern, so auch das Land Brandenburg, ihre Lehrpläne in jüngster Zeit überarbeitet und aktualisiert hat und dass es darüber hinaus bereits einige Anregungen in der Schulpolitik gibt, wie das Thema "DDR" angemessen im Unterricht bearbeitet werden kann. Das brandenburgische Bildungsministerium hat dazu beispielsweise eine Kooperationsvereinbarung mit der Birthler-Behörde abgeschlossen. In diesem Zusammenhang wird auf das Rundschreiben des brandenburgischen Ministers für Bildung, Jugend und Sport vom Januar 2002 hingewiesen, in dem curriculare Vorgaben zur Unterrichtung der Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik gemacht werden. Das Rundschreiben unterstreicht die Notwendigkeit, sich im Unterricht aller Schulstufen mit der DDR-Geschichte auseinander zu setzen.
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