Bildungssenator plant Stellenabbau bei der Ausländerförderung

Die GEW Bremen wendet sich entschieden gegen Pläne aus der Bildungsbehörde, bei der Ausländerförderung drastische Stellenstreichungen vorzunehmen.

05.05.2006 Bremen Pressemeldung GEW Bremen

Wie die GEW erfahren hat, soll die im Koalitionsvertrag vereinbarte Personaleinsparung (PEP) von 1,7% für 2006 (75 Lehrerstellen oder ca. 1800 Stunden) vorwiegend durch Kürzungen bei der Ausländerförderung erbracht werden. Beabsichtigt ist, dass die bisher in der Ausländerförderung tätigen und speziell qualifizierten Lehrkräfte durch Billigkräfte ersetzt werden.

Nach dem Vorfall an der Berliner Rütli-Schule haben Politiker richtigerweise mit großen Worten die Ausländerförderung als Schwerpunkt benannt. Die jetzige Planung zeigt, wie wenig die Bildungsbehörde in der Praxis davon hält und wie wenig Sachverstand dort offenbar über die Organisation von Lernprozessen vorhanden ist.

Die in der Ausländerförderung tätigen Lehrkräfte organisieren an den Schulen das Lernen von Deutsch als Zweitsprache und die Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund. Diese Kinder haben in vielen Unterrichtsfächern aufgrund zu geringer Deutschkenntnisse zusätzlichen Förderbedarf. Bei allem Engagement der Lehrkräfte reichen diese Maßnahmen keineswegs aus, weil den Schulen zu wenig Unterrichtsstunden für diese Förderung zugewiesen werden.

Wenn nun diese Lehrerinnen und Lehrer aus der Ausländerförderung abgezogen und durch neue, in der Regel nicht adäquat qualifizierte billigere Betreuungskräfte ersetzt werden sollen, wird ein pädagogischer Prozess unterbrochen und verschlechtert. Das ist unverantwortlich!

Der Senat hatte am 25.04.2006 als Ersatz für ausscheidende die Einstellung von 110 Lehrkräften beschlossen. Zum Erhalt der derzeitigen Lehrerversorgung wären 185 Stellen notwendig gewesen.

Die GEW fordert die Politiker und die Bildungsbehörde auf: Tragt Sorge für eine qualifizierte Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund und besonderen Förderbedarfen! Kürzungen dürfen nicht zu Lasten der Schwächsten gehen!

In diesem Zusammenhang protestiert die GEW auch gegen den Abbau des Studiengangs Deutsch als Fremdsprache an der Universität Bremen. Dort werden Hochschullehrerstellen gestrichen. Die Schulen brauchen in Zukunft nicht weniger sondern mehr qualifizierte Pädagogen für die Ausländerförderung.

Ansprechpartner

GEW Bremen

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