Bundesministerium des Innern und Bertelsmann Stiftung schreiben gemeinsam einen Wettbewerb zur Integrationspolitik in Kommunen aus

Die Integration von Zuwanderern gehört mehr denn je zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Aussiedler/innen und Ausländer/innen gehören sowohl in großen deutschen Städten als auch in kleinen Gemeinden und in Landkreisen längst zum Alltag. Sie bereichern Kultur, Wirtschaft und Gesellschaftsleben Deutschlands.

19.05.2004 Pressemeldung Stiftung SPI, Regiestelle E & C

Allerdings ist das Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen - bedingt durch die Arbeitslosigkeit sowie Sprach- und Bildungsprobleme der Zuwanderer - nicht immer spannungsfrei. In den Kommunen sind die Menschen direkt mit den Problemen der Integration konfrontiert. Vor Ort zeigen sich aber auch die Chancen und Erfolge, die vor allem dann sichtbar werden, wenn Integration zu den vorrangigen kommunalen Aufgaben zählt.

Vor diesem Hintergrund laden das Bundesministerium des Innern und die Bertelsmann Stiftung die Kommunen ein, sich an dem Wettbewerb "Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Strategien kommunaler Integrationspolitik" zu beteiligen.

Den Startschuss für den Wettbewerb geben Bundesinnenminister Otto Schily und der Vorsitzende des Präsidiums der Bertelsmann Stiftung, Prof. Heribert Meffert, am 25. Mai 2004 im Rahmen einer Auftaktveranstaltung im Haus Bertelsmann, Unter den Linden 1, in Berlin.

Dass man eine erfolgreiche Integration von Zuwanderern nicht dem Zufall überlassen darf, wissen die verantwortlichen Politiker und Akteure in Städten, Landkreisen und Gemeinden am besten. Viele Kommunen und besonders Städte gehen diese Herausforderungen bereits seit Jahren an.

Teilweise fehlt es aber noch an umfassender und vorausschauender Planung und Koordinierung. "Die Folgen unkoordinierter Einzelmaßnahmen sind hinlänglich bekannt, Frustration ehemals engagierter Mitarbeiter, Verschwendung öffentlicher Gelder und die Erkenntnis, dass ein zweiter Anlauf häufig doppelt so schwer fällt wie der erste fehlgeschlagene Versuch", so die Erfahrungen von Prof. Marga Pröhl, Mitglied der Geschäftsleitung der Bertelsmann Stiftung. Eine Reihe von Kommunen hat dieses Problem erkannt und behandelt Integration inzwischen mit sichtbaren Erfolgen als kommunale Querschnittsaufgabe.

Um mehr Beispiele solch strategisch angelegter Integrationspolitik zu finden und damit zur Nachahmung anzuregen, haben das Bundesministerium des Innern und die Bertelsmann Stiftung den gemeinsamen Wettbewerb "Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Strategien kommunaler Integrationspolitik" ins Leben gerufen. Durch den Wettbewerb soll eine kritische Analyse derzeitiger deutscher Integrationspraxis vorgenommen werden: Was leisten Kommunen bereits bei der Integration von Zuwanderern? Welche Strategien haben sich bewährt? Welche Arbeitsbereiche und Themen stehen im Vordergrund? Welche Lücken müssen geschlossen werden?

Ziel des Wettbewerbs ist, die Ergebnisse und guten Beispiele möglichst vielen Kommunen zur Verfügung zu stellen. Mit einem kommunalen Praxisleitfaden und einer Ergebnisdokumentation will der Wettbewerb einen Beitrag dazu leisten, die kommunale Integrationspolitik langfristig zu verbessern.

Alle deutschen Kommunen - also Städte sowie Stadtbezirke, Landkreise und Gemeinden - sind eingeladen, ihre erfolgreichen Strategien zu präsentieren. Dabei suchen die Wettbewerbsinitiatoren nicht nur nach Beispielen in Städten und Stadtbezirken, sondern auch ländliche und kleinstädtische Modelle sollen sich präsentieren können. Denn gerade in kleineren Kommunen finden sich oft innovative Formen der Integration.

Eine Jury von Experten/innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis wird in zwei Auswahlschritten die Sieger ermitteln. Der Vorsitz der Jury liegt bei Dr. Lale Akgün, Mitglied des Bundestages. Lale Akgün verfügt als ehemalige Geschäftsführerin des Landeszentrums für Zuwanderung NRW in Solingen über herausragende Kenntnisse und Erfahrungen im Integrationsbereich.

Die Bewerbungsfrist für die Vorauswahl gilt vom 25. Mai an bis zum 10. September 2004. Preisgelder von insgesamt 50.000 Euro stehen für bis zu drei Gewinner zur Verfügung.


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