Busemann: Rechtschreibreform endgültig gescheitert

"Sprache und Rechtschreibung sind etwas Fließendes, das man dem Volk nicht mit einem politischen Beschluss verordnen kann", kommentierte heute der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann die Ankündigung des Spiegel und der Axel Springer AG, zur alten Rechtschreibung zurückkehren zu wollen. Die Mehrheit der Bevölkerung lehne die neue Rechtschreibung nach wie vor ab, die Printmedien druckten z. T. in alter Rechtschreibung, andere wollten, wie sich jetzt zeige, dahin zurückkehren. "Die Kultusminister müssen in dieser Situation aufpassen, dass sich nicht ein tiefer Graben zwischen dem gelernten und dem außerhalb von Schule gelesenen Deutsch auftut", warnte der Kultusminister.

06.08.2004 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium

Busemann sagte, er wünsche sich deshalb eine Einigung der Ministerpräsidenten möglichst auf eine grundsätzliche Rücknahme der Reform, eventuell unter Beibehaltung weniger weitgehend akzeptierter Neuerungen (z. B. Schreibung "ss" - "ß"). Die Kultusministerkonferenz sollte nach Auffassung Busemanns als ersten Schritt mindestens den Termin für die verbindliche Inkraftsetzung der Reform zurücknehmen.


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