Deutscher Germanistentag in München

Den hohen gesellschafts- und wissenschaftspolitischen Stellenwert der deutschen Sprache als Wissenschaftssprache hat Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Montag anlässlich der Eröffnung des Deutschen Germanistentags in München hervorgehoben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich nur noch auf Englisch unterhalten können, koppelten ihre Forschungen von der öffentlichen Diskussion ab.

13.09.2004 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Diese Diskussion müsse, so der Minister, für möglichst breite Teile der Bevölkerung nachvollziehbar bleiben und deshalb auch in der Landessprache geführt werden.

Für die Etablierung der deutschen Sprache böte jetzt die EU-Osterweiterung große Chancen. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die Deutsch lernen, liegt in den mittel- und osteuropäischen Beitrittsländern zwischen 50 und 80 Prozent. Goppel wies in diesem Zusammenhang auf die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte hin, die nun umkehrt werden müsse: Die deutsche Sprache verliere ihren Rang als internationale Wissenschaftssprache und sei heute sogar als Verständigungsmittel in den Geisteswissenschaften in Gefahr. Vor allem die ethisch-moralische Bewertung der in englischer Sprache verfassten experimentellen Forschungen müsse aber in allen Sprachen gesichert werden, forderte der Minister.


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