Die Delegierten des Bundeselternrates bestätigen den bisherigen Vorsitzenden Steinert
Die Delegiertenversammlung des Bundeselternrates (BER) wählte auf ihrer Frühjahrsplenartagung vom 19. - 21.05.2006 in Porta Westfalica mit großer Mehrheit erneut Herrn Wilfried W. Steinert (56) aus dem Land Brandenburg zum Vorsitzenden. Damit wurden die Positionen und der bisherige Weg des Bundeselternrates bestätigt: Im Mittelpunkt der Arbeit steht für den Bundeselternrat die Verbesserung der Zukunftsperspektiven für alle Kinder und Jugendlichen.
22.05.2006 Pressemeldung BundeselternratDer alte und neue Vorsitzende Steinert bringt es auf den Punkt: "Jedes Kind, jeder Jugendliche ist wichtig. Es kann nicht sein, dass Kinder nach der Grundschule einfach abgeschrieben und auf eine Schule geschickt werden, die ihnen keine Perspektive bieten kann. Unser Grundsatz ist, Schule und Unterricht so zu gestalten, dass kein Kind verloren geht, aufgegeben oder abgeschoben wird. Mit den gegebenen Strukturen scheint dies nicht überall erreichbar zu sein." Deshalb lädt der Bundeselternrat zu einer ergebnisoffenen Debatte über die in den Bundesländern sich unterschiedlich entwickelnde Schulsysteme ein. Dabei ist die entscheidende Frage, wie es gelingen kann, dass jedes Kind ganzheitlich und individuell gefördert, aber auch gefordert wird. "Wir wissen", so Steinert weiter, "dass die Überwindung des dreigliedrigen Schulsystems und die Entwicklung einer neuen Schule für alle keine Allheilmittel für die Lösung aller Probleme unseres Schulsystems sind. Wir sehen es aber als unbedingt erforderlich an, dass in der Gesellschaft ein ergebnisoffener Diskurs über diese Frage stattfindet." Die neu gewählte stellvertretende Vorsitzende, Frau Anja Ziegon (40) aus Mecklenburg-Vorpommern, ergänzt: "In dieser Debatte müssen wir respektvoll aufeinander hören, dürfen nicht Gräben aufreißen, sondern müssen bereit sein, auch von den Erfahrungen anderer, zum Beispiel auch von den skandinavischen Ländern, zu lernen." Als weiteres Vorstandsmitglied wurde Herr Walter Planz (50) aus Hessen für den Bereich Finanzen gewählt.
Einmütig verabschiedeten die Delegierten einen Antrag an die Kultusministerkonferenz (KMK), eine ständige feste Geschäftsstelle für den Bundeselternrat einzurichten und zu finanzieren. Damit soll die Arbeit der Eltern auf eine solide, kontinuierliche Basis gestellt werden. Bereits seit 1984 wird die KMK regelmäßig gebeten, eine Entscheidung über diese Frage zu treffen.
Im Rahmen der Tagung zum Thema: " Individuelle Förderung - eine neue Lehr- und Lernkultur bereitet den Weg für eine zukunftsfähige Schule im 21. Jahrhundert" wurde erschreckend deutlich, dass es für die mindestens 500.000 Schülerinnen und Schüler mit Legasthenie oder Dyskalkulie in fast keinem Bundesland angemessene Regelungen gibt. Deshalb fordert der Bundeselternrat die Kultusministerkonferenz eindringlich auf, bundeseinheitlich verbindliche Richtlinien zur Diagnostik, Anerkennung, Förderung und zum Nachteilsausgleich für die Behinderungen Legasthenie und Dyskalkulie zu erarbeiten und in Kraft zu setzen. Die Delegierten des Bundeselternrates sehen die Umsetzung dieser Forderung als Indikator dafür, wie ernst es der KMK mit der von ihr selbst geforderten individuellen Förderung und Forderung aller Schülerinnen und Schüler tatsächlich ist.
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