Die politische Bildung muss wieder gestärkt werden
Mit einer Vor- und Rückschau auf die Jahre 2006 bzw. 2005 ist die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) an die Öffentlichkeit getreten. Direktor Lothar Frick legt für seine Servicestelle erstmals einen Geschäftsbericht vor und verweist auf die zahlreichen Angebote der überparteilichen Einrichtung, die sich nicht nur an Lehrende und Lernende in Schulen und Hochschulen wendet, sondern an alle Bürgerinnen und Bürger des Landes. Zum Angebot gehören Veranstaltungen (774 im Jahr 2005), Veröffentlichungen (150 lieferbare Titel) und ein inhaltlich vielseitiger Internetauftritt [www.lpb-bw.de](http://www.lpb-bw.de).
06.07.2006 Pressemeldung Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB)Ein besonderer Schwerpunkt der Landeszentralen-Arbeit liegt auf der Landeskunde, Landespolitik und Landesgeschichte. Hierzu gibt es neben Büchern, Broschüren, Faltblättern und pädagogischen Spielen auch ein breites Spektrum von Veranstaltungen, die vom Informationsbesuch im Landtag bis hin zur landeskundlichen Exkursion reichen. Anlässlich der Landtagswahl am 26. März 2006 bot die LpB ein Servicepaket für Wähler und Journalisten an.
Ein weiteres wichtiges Tätigkeitsfeld der Landeszentrale ist die Betreuung der Teilnehmenden des Freiwilligen Ökologischen Jahres. Das FÖJ ist ein Angebot des Landes für junge Menschen zwischen 15 und 27 Jahren. Jährlich haben 110 Jugendliche die Möglichkeit, sich in den Dienst der Umwelt zu stellen und mit praktischer Arbeit etwas für das Leben zu lernen.
Über dreitausend Schülerinnen und Schüler beteiligen sich jedes Jahr am Schülerwettbewerb des Landtags zur politischen Bildung, der ebenfalls von der Landeszentrale organisiert wird. Zu den Aufgaben gehört die Bearbeitung von politischen Themen beispielsweise in Form von Plakaten, Umfragen oder Erörterungen. Die Besten werden mit Preisen belohnt, alle werden von der LpB zu Seminaren eingeladen. So gelingt es, Jugendliche an die Beschäftigung mit der Politik heranzuführen.
Ein Schlaglicht wirft die Landeszentrale auf die Probleme bei der Integration von Migranten. Die LpB hat mit Unterstützung der Landesstiftung Baden-Württemberg ein "Demokratie-Lehrbuch" entwickelt, das mittlerweile bundesweit in Orientierungs- und Sprachkursen eingesetzt wird. Zudem hat sie mit dem ebenfalls von der Landesstiftung geförderten Projekt "...mehr als nur Gäste. Demokratisches Zusammenleben mit Muslimen in Baden-Württemberg" eine Ausstellung konzipiert, die jeweils mit einem umfangreichen Rahmenprogramm in verschiedenen Städten des Landes gezeigt wird und dort dem interreligiösen und interkulturellen Dialog neue Impulse vermitteln soll. 2007 wird man sich schwerpunktmäßig dem Thema "Kulturelle Vielfalt - gemeinsame Werte" widmen.
Bei aller Freude über das Erreichte weiß Lothar Frick, dass die Landeszentrale in den kommenden Jahren weiter Stellen abbauen muss, um den Sparvorgaben des Landes zu genügen. Er verspricht aber: "Wir jammern nicht darüber, sondern wir werden uns so umstrukturieren, dass wir künftig auch mit deutlich weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schlagkräftig bleiben." Seit Beginn der 1990er-Jahre habe die Landeszentrale absolut gesehen immerhin rund die Hälfte ihrer Mittel für die politische Bildungsarbeit verloren; bis 2011 wird sie im Vergleich zur Mitte der 1990er Jahre rund ein Drittel ihrer Stellen abgebaut haben. Lothar Frick: "Meine Hoffnung ist, dass in der Politik erkannt wird, dass wir damit an einer kritischen Grenze angekommen sind. Die politische Bildung muss auf absehbare Zeit wieder gestärkt werden."
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