"Die Protokolle des bayerischen Ministerrats 1945-1954"

Bei der Präsentation des sechsten Bandes der Edition "Die Protokolle des bayerischen Ministerrats 1945-1954" im Bayerischen Hauptstaatsarchiv hat Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Montag in München die Bedeutung dieser Reihe hervorgehoben: "Die Protokolle aus dem Bayerischen Landtag sind ein wichtiger Beitrag zur Zeitgeschichtsforschung.

13.06.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Hier ist Zeitgeschichte auf greifbare Weise dokumentiert", so Goppel. Insbesondere das Jahr 1949, dessen Protokolle der Band "Das Kabinett Ehard II" umfasst, sei mit Ereignissen wie Grundgesetzberatungen und Gründung der Bundesrepublik ein entscheidendes Jahr gewesen. "Der ungehinderte Zugang zu Dokumenten ist eine Grundvoraussetzung für die unvoreingenommene Bewertung historischer Ereignisse", so der Minister weiter. Einseitigen oder vordergründigen Darstellungen könne man so entgegenwirken. Goppel: "In den bisher veröffentlichten Protokollen von 1945 bis 1949 wird deutlich, welche Rolle der Freistaat Bayern im Länderrat der US-Zone, auf den Ministerpräsidenten-Konferenzen oder bei den Verhandlungen mit anderen Besatzungszonen spielte. Vor dem Hintergrund der aktuellen Föderalismusdebatte fällt besonders die Bedeutung der ausgeprägt föderalistischen Politik der Kabinette Hoegner und Ehard ins Auge".

Die Edition "Die Protokolle des bayerischen Ministerrats 1945-1954" erscheint seit 1995 und wird etwa im Zweijahresrhythmus um einen neuen Band erweitert. Die bisher publizierten Bände umfassen ca. 3800 Seiten. Herausgegeben wird die mit ausführlichen Erläuterungen versehene Reihe von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie von der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayern. Neben dem Fachpublikum beispielsweise in Universitäten stehen die veröffentlichen Ministerratsprotokolle in vielen öffentlichen Bibliotheken auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern für Einblicke in die Arbeit der bayerischen Nachkriegsregierungen zur Verfügung.


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