Eymael / Härtel: Kulturelle Erlebniswelt als touristisches Potenzial

n einer gemeinsamen Initiative "Kultur und Tourismus" strebt Rheinland-Pfalz eine gemeinsame, effiziente und qualitätsvolle Vermarktung dieses Potenzials an. Das teilten Wirtschafts-Staatssekretär Günter Eymael und Kultur-Staatssekretär Roland Härtel im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz im Deutschen Kabarettarchiv in Mainz mit. Gemeinsam mit der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH (RPT), den touristischen Regionen und den Vertretern der Kulturbranche hat das Land eine Vermarktungsstrategie unter dem Motto Römer, Ritter und Romantiker entwickelt, um das kulturelle Potenzial in Rheinland-Pfalz besser zu vermarkten und das Land als Kulturerlebnisland auf dem nationalen wie auf dem internationalen Markt stärker zu positionieren.

24.01.2005 Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

"Kultur und Tourismus - das sind zwei Bereiche, die in unserem Land von herausragender Bedeutung und voller Leben sind und damit alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Partnerschaft mitbringen. Unsere Gäste sollen Geschichte voller Leben erleben: Historisches soll in spannendem Kontrast zu Modernem inszeniert werden", führte Eymael das Konzept des Landes näher aus. "Wenn beide Seiten - Kultur und Tourismus enger zusammenwirken, können und werden wir für das Land insgesamt noch eine ganze Menge erreichen. Wir sind diesbezüglich auf einem guten Weg", sagte Härtel.

Die Potenziale seien gerade in Rheinland-Pfalz enorm. Rheinland-Pfalz sei ein Kernland deutscher Kultur und Geschichte. Ohne Übertreibung dürfe man sagen, dass die Kultur über das Territorium des heutigen Rheinland-Pfalz nach Deutschland gekommen sei. "Das hat Spuren hinterlassen, auf die wir stolz sein können", so Härtel. Sie reichen von Kulturlandschaften mit mehr als 2000-jähriger Vergangenheit, mit zahlreichen Burgen und Schlössern, Kaiserdomen über das Hambacher Schloss als Urstätte von Liberalismus und Demokratie bis hin zu zahlreichen kulturellen Attraktionen mit Festen und Konzerten auf Burgen und Schlössern, "Rhein in Flammen" und dem Kultursommer. Die Synergien einer engeren Zusammenarbeit zwischen Kultur und Tourismus sind laut Härtel und Eymael offensichtlich: Der Tourismus trägt dazu bei, die hohen Kosten für den Erhalt und die Sicherung der Kulturgüter zu decken. Umgekehrt bilden die kulturellen Sehenswürdigkeiten, die Museen und die kulturellen Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz die Grundlage für eine erfolgreiche Positionierung unseres Bundeslandes auf dem internationalen Tourismusmarkt.

Festgehalten sind die Ergebnisse der Zusammenarbeit in einer Broschüre, die auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) und weiteren wichtigen Messen vorgestellt und von der RPT beworben und vertrieben wird. Eine jährliche Neuauflage ist vorgesehen, um die Aktualität der Angebote zu gewährleisten. Die Broschüre widmet sich den Schwerpunktthemen Ritter, Römer und Romantiker, unterbreitet Kulturwege entlang dieser Themen und bietet attraktive buchbare Pauschalen aus allen touristischen Regionen. Wesentliches Kriterium für eine erfolgreiche Vermarktung ist neben der Broschüre die komfortable Aufbereitung im Internet. Die Plattformen des TKN und des Kulturlandes Rheinland-Pfalz sollen deshalb verknüpft werden und so Informationen und Buchungsmöglichkeiten beider Bereiche verbinden.

Eymael erklärte, dass dem Kulturtourismus eine zunehmende Bedeutung für den Deutschlandtourismus zukomme. Deutschland sei nach wie vor das beliebteste Reiseland der Deutschen, der Marktanteil an Inlandsreisen sei 2003 auf 60 Prozent gesteigert worden. Innerhalb des deutschen Marktes rangiere der Kulturtourismus in der Beliebtheit der Reisearten an fünfter Stelle. "Menschen verreisen auch deshalb, weil sie Kultur erleben, erfahren und genießen möchten. Es war die Begeisterung für die einzigartige Kulturlandschaft, die Menschen im 19. Jahrhundert in das heutige Welterbegebiet am Mittelrhein geführt hat", so Härtel. Dies sei heute nicht anders. Für Konzerte, Theateraufführungen oder Ausstellungen seien Menschen bereit, weite Wege auf sich zu nehmen. "Da ist es nur logisch, wenn ich dieses Ereignis oder Angebot touristisch einbinde. In einer Welt, die immer dienstleistungsorientierter wird, muss dies eine Selbstverständlichkeit sein", so der Kultur-Staatssekretär. Eymael betonte, dass der "European Travel Monitor" kulturelle Inhalte als Motiv für rund 75 Prozent aller Rundreisen und für 60 Prozent aller Stadtreisen benannt habe. Interessant sei, dass eine hohe Nachfrage besonders auch bei jüngeren Reisenden zwischen 15 und 29 Jahren festzustellen ist. "Diese Potenziale wollen wir nutzen, um eine noch bessere Position für den Kulturtourismus zu erreichen", betonte der Wirtschafts-Staatssekretär.

Auch die Deutsche Zentrale für Tourismus sieht im Kulturtourismus den Trend der Zukunft und einen der wichtigsten Märkte für Deutschland. Kultur- und Bildungstourismus sind keine Angelegenheit von Minderheiten mehr, sondern haben Konjunktur im Tourismus. Gleichzeitig kann der Tourismus eine wirtschaftliche Basis für die Kultur sein. Allein 30 Prozent aller Reisen aus dem Ausland nach Deutschland sind klassische Städtereisen und Besichtigungstouren zu historischen Sehenswürdigkeiten. "Übrigens ist das Kulturangebot auch ein nicht zu unterschätzender weicher Standortfaktor. Er prägt das Image im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte und Unternehmensansiedlungen, insbesondere im Dienstleistungsbereich", so die beiden Staatssekretäre abschließend.

Die Broschüre kann kostenlos angefordert werden bei der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, Löhrstraße 103 - 105, 56068 Koblenz (www.rlp-info.de).


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