Fachwissenschaft, Bildungsgewerkschaft und Eltern einig:

Bei dem geringen Vertrauen, das die CDU in allen wesentlichen Bildungsfragen bisher den Bremer Lehrerinnen und Lehrern entgegengebracht hat, muss doch folgendes sehr verwundern: Ausgerechnet dieselben Lehrkräfte, die Bremen in die PISA-Katastrophe geritten hätten, sollen nun den Bremer Kindern durch objektive und leistungsbezogene Notengebung den Weg in die Zukunft ebnen. Es werde hier offensichtlich, so Christian Gloede-Noweck von der Bildungsgewerkschaft GEW, dass insbesondere die CDU eine ideologische Position vertrete. Es gehe ihr offenkundig um Leistung und Aussonderung, statt Leistung und Integration.

16.12.2005 Bremen Pressemeldung GEW Bremen

Das PISA-Desaster hätte aber gerade in der mangelnden Integrationsfähigkeit des deutschen Schulsystems seine Hauptursachen, betont die GEW. Vielleicht sollte die CDU doch endlich begreifen, dass es neben 16 Bundesländern um Deutschland herum Länder gibt, die in ihrer Bildungspolitik erfolgreich sind, gerade weil sie auf integrative und auch notenfreie Systeme setzten. Dass sich die CDU in ihrer rückwärtsgewandten Politik wohlfühle und Wissenschaftlichkeit ignoriere, dürfe nicht zu Lasten lernbegieriger Kinder gehen, so Gloede-Noweck weiter.

Lerntheoretische Erkenntnisse und die Gestaltung individueller Lernprozesse müssen im Vordergrund stehen. Daher müsse die Entscheidung über Notenfreiheit als Bestandteil eines pädagogischen Konzeptes den Schulkonferenzen (und damit Eltern und Lehrern) sowie der zuständigen Fachabteilung der Bildungsbehörde obliegen - nicht der Politik!

Auf einer Grundschulversammlung der GEW am gestrigen Donnerstag wurden gemeinsame Widerstandsformen mit Eltern diskutiert, für den Fall, dass sich die CDU durchsetze. Deutliche Forderung dieser Versammlung war auch, dass allen Anträge auf Notenbefreiung stattgegeben werden müsse.

Dies fordern ebenso Grundschulverband, ZEB und GEW unterstützt von Prof. Dr. Ursula Carle von der Uni Bremen in einer gemeinsamen Erklärung (s. Anlage im .pdf-Format).

Ansprechpartner

GEW Bremen

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