Gemeinschaftsschule und Regionalschule

(bikl) Das schleswig-holsteinische Schulsystem wird umgebaut. Ein entsprechendes Gesetz wurde gestern vom Kabinett verabschiedet.

27.09.2006 Artikel

Nach langem Streit hatte sich die schwarz-rote Koalition im nördlichsten Bundesland auf den Entwurf eines neuen Schulgesetzes geeinigt. Demnach wird es in Schleswig-Holstein ab dem Schuljahr 2010/11 drei Schultypen geben: Geimeinschaftsschulen, Regionalschulen und Gymnasien.

Die Regionalschule wird die bisher bestehenden Haupt- und Realschulen beherbergen. In der neuen Gemeinschaftsschule werden alle Bildungsgänge zusammenfasst - auch das Gymnasium. Die 25 bestehenden Gesamtschulen sollen bis zum Jahr 2010/11 in Gemeinschaftsschulen umgewandelt werden. Hier werden die Schüler bis zur Klasse 10 gemeinsam lernen und können anschließend ans Gymnasium wechseln – falls vorhanden auch an derselben Schule.

"Mit diesem Beschluss ziehen wir weitere Konsequenzen aus den Ergebnissen der internationalen Leistungsvergleiche, die uns immer wieder bestätigt haben, dass unser bestehendes Schulsystem große Defizite hat", mit diesen Worten begrüßte Schleswig-Holsteins Kultusminsiterin Ute Erdsiek-Rave den Kompromiss.

Scharfe Kritik hingegen kam von der GEW. So erklärte der Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft, Jan Nissen, zum neuen Gesetz: "An den Gesamtschulen findet schon jetzt erfolgreich längeres gemeinsames Lernen aller Kinder und Jugendlichen statt. Statt diese Schulform nun zuerst in Gemeinschaftsschulen zu überführen, wäre es wesentlich sinnvoller mit Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien zu beginnen."

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