GEW macht sich für integriertes Konzept für Computernutzung an Schulen stark
Ein integriertes Konzept für die Computernutzung an Schulen hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) von den Landesregierungen und Schulträgern gefordert.
25.01.2006 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft"Die deutsche Krankheit der mangelnden Chancengleichheit, die die PISA-Studie belegt hat, zeigt sich auch bei der Computernutzung. Den Schulen in Deutschland ist es bisher noch nicht gelungen, mehr Chancengleichheit zu verwirklichen und die Rückstände benachteiligter Jugendlicher in der Computerbildung zu verringern", betonte GEW-Schulexpertin Marianne Demmer in Reaktion auf die neue OECD-Studie zur Nutzung von Computern durch junge Menschen. "Mehr als 20 Prozent der 15-Jährigen haben keine Vorstellung, wofür sie Computer als sinnvolle Hilfsmittel nutzen könnten. Diese Gruppe wird in Ausbildung und Beruf erhebliche Probleme bekommen." Hauptschulen und Sonderschulen für Lernbehinderte sowie Mädchen und junge Frauen bedürften besonderer Aufmerksamkeit.
Demmer machte deutlich, dass die "Entwicklung didaktischer Konzepte für alle Altersstufen und die Fortbildung der Lehrkräfte voran getrieben werden müssten". Bisher sei der Schwerpunkt einseitig auf die Ausstattung der Schulen mit Hardware gelegt worden. Dabei sei jedoch die technische Wartung der Geräte vernachlässigt worden. "Das Engagement mancher Schulleitung wird durch die Aussicht auf einen oft technisch veralteten, häufig nicht funktionierenden Gerätefriedhof, der zudem nicht sinnvoll in die Unterrichtsarbeit zu integrieren ist, gebremst", sagte die GEW-Sprecherin.
Info: Insgesamt berichten in Deutschland nur 21 Prozent der 15-Jährigen über eine regelmäßige schulische Computernutzung (OECD-Schnitt: 39 Prozent, Spitzenreiter ist Ungarn mit 77 Prozent). Nur zehn Prozent der 15-Jährigen in Deutschland sehen in der Schule die wichtigste Vermittlungsinstanz von Computerkenntnissen (OECD-Schnitt: 21 Prozent, Spitzenreiter ist Polen mit 47 Prozent).
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