Hilfen für Frauen bei Rückkehr in den Beruf

"Die Erwerbsbeteiligung von Frauen in Rheinland-Pfalz ist zwar in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, die Erwerbsquote liegt bei Frauen aber immer noch deutlich unter der der Männer. In Rheinland-Pfalz beträgt diese Differenz bei einer Frauenerwerbsquote von 62,5 Prozent derzeit 17,3 Prozentpunkte. Um die Erwerbsarbeit von Frauen zu sichern und zu fördern und ihnen gleiche berufliche Entwicklungschancen wie Männern zu eröffnen, sind auch künftig weitere Anstrengungen notwendig." Das unterstrich Frauenministerin Doris Ahnen heute beim Besuch der Beratungsstelle "Frau & Beruf" in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

03.08.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Das aus gesellschaftlichen und aus ökonomischen Gründen sinnvolle Ziel, Frauen eine gleichberechtigte Teilhabe am Erwerbsleben zu sichern, fordere die Politik in doppelter Hinsicht, betonte Doris Ahnen. Zum einen müssten die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden, was das Land unter anderem mit dem Programm "Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an" und mit dem Ganztagsschulprogramm energisch vorantreibe. Zum anderen müsse es darum gehen, die nach wie vor benachteiligten Frauen zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass die Arbeitswelt kinder- und familienfreundlicher werde, und dass die Chancengerechtigkeit dort verbessert werde. Dieses Ziel werde vom Frauenministerium unter anderem mit dem arbeitsmarktpolitischen Programm für Frauen und mit der Förderung der Informationsstelle für innovative Arbeitszeitmodelle "ZeitZeichen" in Trier, aber eben auch mit der Unterstützung der Beratungsstellen "Frau & Beruf" verfolgt.

"Die Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der so genannten Familienphase gehört – insbesondere auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des sich abzeichnenden Fachkräftemangels - dabei zu einem der wichtigsten Handlungsfelder", sagte Doris Ahnen weiter. Daher unterstütze das Frauenministerium seit Jahren über das "Arbeitsmarktpolitische Programm zur Ein- beziehungsweise Wiedereingliederung von Frauen in das Erwerbsleben" Berufsrückkehrerinnen, die eine mindestens dreijährige Familienphase absolviert haben und eine erneute Berufstätigkeit anstreben. Im Rahmen so genannter Orientierungsmaßnahmen würden die Frauen –unter anderem durch Praktika in Unternehmen – gezielt auf den beruflichen Wiedereinstieg vorbereitet. Zudem fördere das Land spezielle Beratungsstellen für Frauen, die mittlerweile an vier Standorten in einem eher ländlich geprägten Umfeld gezielte Informationen und Förderung anbieten. Die Standorte dieser Beratungsstellen seien neben Bad Neuenahr-Ahrweiler noch die Städte Altenkirchen, Idar-Oberstein und Neustadt/Weinstraße. "Insgesamt konnten so in den vergangenen fünf Jahren rund 17.000 Frauen beim Wiedereinstieg in das Berufsleben zielgerichtet unterstützt werden", unterstrich die Frauenministerin.

Die Beratungsstellen hätten dabei seit ihrer Gründung – die Beratungsstelle in Bad Neuenahr-Ahrweiler nahm beispielsweise 1993 ihren Betrieb auf – das eigene Tätigkeitsfeld deutlich erweitert. Ursprünglich spezialisiert auf die Beratung von Berufsrückkehrerinnen, die sich zeitweise mit ihrem vollen Zeitbudget ihrer Familie gewidmet hatten, unterstützten die Beratungsstellen heute auch Schülerinnen bei der Berufsorientierung und Berufswahl, berieten Frauen bei Problemen an ihrem Arbeitsplatz, bei Veränderungs- oder Aufstiegswünschen und stünden mit Rat und Tat Frauen zur Seite, die sich beruflich selbstständig machen wollten. Die Hilfestellungen und Tipps seien dabei grundsätzlich auf eine ganzheitliche Beratung abgestellt, die alle Lebensbereiche der Frauen berücksichtige. Die Beratung und Begleitung werde dabei unterstützt und ergänzt durch berufspraktische Trainings- und Integrationsseminare, Orientierungskurse sowie Seminare für Existenzgründerinnen.

"Der Erfolg dieser Angebote lässt sich mit eindrucksvollen Zahlen belegen", lobte die Ministerin. Allein im vergangenen Jahr seien in Bad Neuenahr-Ahrweiler 1.441 Beratungsgespräche geführt worden. Der Erfolg reiche aber über die rein quantitative Resonanz auf das Angebot hinaus. So hätten beispielsweise mehr als drei Viertel aller Teilnehmerinnen am letzten Existenzgründungsseminar in Bad Neuenahr-Ahrweiler entweder durch die Gründung eines eigenen Unternehmens oder aber durch die Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ins Erwerbsleben integriert werden können. Bei dem im Februar 2006 zu Ende gegangenen Orientierungskurs für Berufsrückkehrerinnen habe dieser Anteil bei mehr als 55 Prozent gelegen.

"Die Beratungsstelle ,Frau & Beruf´ hier in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist – wie die anderen drei Beratungsstellen im Übrigen auch – nicht nur wegen dieser Beratungs- und Hilfsangebote fest in der Region verankert", unterstrich die Frauenministerin. "Die zweite Säule in der Arbeit der Beratungsstellen besteht nämlich darin, strukturelle Veränderungen in Richtung einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. Durch eine intensive Zusammenarbeit beispielsweise mit den kommunal Verantwortlichen, den Einrichtungen der Wirtschaftsförderung, den Arbeitsagenturen, den Kammern, Gewerkschaften und verschiedenen Bildungsträgern und vor allem mit Unternehmen in der Region ist dies auch in zunehmendem Maße gelungen."


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