Hohes Niveau bei den Leistungen nach dem AFBG ("Meister-BAföG")

In den vergangenen zehn Jahren hat sich nach Angaben des Statistischen Landesamtes die Anzahl der Personen verdreifacht, die Fördermittel nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFGB) in Anspruch nehmen. Diese Förderung wird allgemein als "Meister-BAföG" bezeichnet, obwohl im Jahr 2008 nur knapp ein Drittel (32 Prozent oder 5 553) der insgesamt 24 300 Empfänger ein Fortbildungsziel nach der Handwerksordnung verfolgten. Gleichzeitig stieg die Summe der Fördermittel um gut das Doppelte auf fast 59 Millionen Euro.

30.06.2009 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Gegenüber dem Jahr 2007 hat die Zahl der Personen, die Fördermittel erhalten, um 919 Personen zugenommen, die Ausgaben sind um fast 5 Prozent oder 2 634 000 Euro gestiegen. Diese Angaben stellte das Statistische Landesamt zur Novellierung des Meister-BAföGs am 1. Juli 2009 vor.

Der starke Anstieg, der sich vor allem auf die Jahre zwischen 2001 (7 436 Empfänger) und 2005 (24 311 Empfänger) konzentriert, ist mit der im Jahr 2001 durchgeführten Novellierung des AFBG zu erklären, die eine höhere Inanspruchnahme von Leistungen nach dem AFBG zum Ziel hatte. Die stärksten Auswirkungen der Novellierung sind bei den geförderten Teilzeitfortbildungen zu verzeichnen – ihre Anzahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren von 3 204 auf 16 500 mehr als verfünffacht. Die Anzahl geförderter Vollzeitfortbildungen ist im gleichen Zeitraum um 66,5 Prozent von 4 678 auf 7 789 angewachsen. Nach 2005 ging die Inanspruchnahme dieser Förderung leicht zurück. 2008 wurde aber wieder das Niveau von 2005 erreicht und die neuerliche Novellierung des AFBG, die nun ab dem 1. Juli 2009 in Kraft tritt, lässt erwarten, dass noch mehr Menschen künftig Fördermittel für die berufliche Weiterbildung in Anspruch nehmen werden.

Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) wurde als Ergänzung zum traditionellen BAföG besonders für die berufliche Fortbildung geschaffen. Durch dieses Gesetz wird das Ziel verfolgt, Nutzerinnen und Nutzer von Maßnahmen zur beruflichen Fortbildung finanziell abzusichern. Dabei erfolgt die Förderung überwiegend in Form eines monatlichen Unterhaltsbeitrages zum Lebensunterhalt. Die Leistungen sind individuell unterschiedlich und teilen sich in Zuschüsse und Darlehen auf.

Die Höhe des Bewilligungsbetrags hängt unter anderem vom Vermögen und dem Familienstand des Geförderten ab, sowie der Art der Fortbildung in Vollzeit- oder Teilzeitform.

Das Gesamtvolumen der Förderung betrug im Jahr 2008 fast 59 Millionen Euro. Dabei sank der Darlehensanteil dieser Förderung von 86 Prozent im Jahr 2001 infolge der Novellierung im Folgejahr auf gut 68 Prozent. Im Jahr 2008 belief er sich fortwährend auf knapp 70 Prozent.

Unter den Geförderten waren im Jahr 2008 insgesamt 28 Prozent Frauen. Aufgeteilt nach dem zeitlichen Umfang der Fortbildung wird deutlich, dass jede dritte Teilzeitgeförderte eine Frau ist, während bei der Vollzeitförderung auf 4 Männer nur eine Frau (17 Prozent) kommt.


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