Initiative D21 gibt Leuchtturmprojekte bekannt

Die Initiative D21 beschleunigt mit vier neuen, zentralen Projekten den Wandel zur Informations- und Wissensgesellschaft. Dadurch soll Deutschland international wettbewerbs- und zukunftsfähiger werden. Die so genannten Leuchtturmprojekte haben der Vorstand der Initiative D21 und deren Beirat unter Vorsitz von Bundeskanzler Gerhard Schröder auf ihrer Jahressitzung am 24. Juni 2004 in Berlin verabschiedet.

07.07.2004 Pressemeldung Initiative D21 e. V.

Die vier Projekte sind:

  • Eine zentrale Notrufnummer zum Sperren persönlicher Karten mit elektronischer Berechtigungsfunktion (EC- und Kreditkarten, SIM-Karten, Kundenkarten, etc.)
  • Ein Innovationswettbewerb zur Umsetzung innovativer technologischer Produktideen
  • Der Wettbewerb "ranking-kompetenzz", um mehr Frauen für technische Studiengänge zu gewinnen
  • Eine Akzeptanzkampagne zur Förderung der elektronischen Gesundheitskarte

Darüber hinaus wird die Initiative D21 vor dem Hintergrund des Trends zu mobilem Internet Vorschläge für eine beschleunigte Entwicklung in Deutschland zu den Leuchtturmthemen "Breitband" und "Mobile Gesellschaft" erarbeiten.

Die Leuchtturmprojekte und -themen aus den vier Lenkungsgruppen der Initiative D21 sollen auch als Paradebeispiele dienen, um die öffentliche Wahrnehmung von D21 zu erhöhen. Die weiteren, derzeit rund 50 gemeinnützigen Projekte der Initiative werden durch die Leuchtturmprojekte nicht behindert.

Zur Idee der Leuchtturmprojekte und -themen

Den Startschuss für die Auswahl der Leuchtturmprojekte nach festgelegten Kriterien hatte Thomas Ganswindt, der neue D21-Vorsitzende und Vorstandsvorsitzende von Siemens ICN, bereits bei der CeBIT 2004 gegeben. "Die Leuchtturmprojekte sollen vor allem durch ihre Ergebnisse strahlen. Wir wollen mit ihnen den gesellschaftlichen Nutzen von Informations- und Kommunikationstechnologien zeigen", sagt Ganswindt. "Die Lösungen müssen daher breit umsetzbar sein, zur Nachahmung anregen und Veränderungen bewirken. So geben Leuchtturmprojekte eine weithin sichtbare Orientierung."

Mit den Leuchtturmprojekten und -themen will die Initiative D21 einen Beitrag zur Innovationskraft Deutschlands leisten. "Erst eine breite gesellschaftliche Nutzung macht neue Technologien zu Innovationen. Das wurde bisher zu wenig bedacht", so Ganswindt.

Kurzbeschreibung der Leuchtturmprojekte und -themen

Leuchtturmprojekt 1: "Notrufnummer für die Informationsgesellschaft"

Wenn Geldbeutel oder Handy gestohlen werden, sollten beispielsweise Kredit- und Kundenkarten oder die SIM-Karte des Handys schnellstmöglich gesperrt werden. Doch wer hat schon immer eine Liste der Telefonnummern von Geldinstituten, Warenhausketten und Handyunternehmen parat? Die Initiative D21 unterstützt die Einführung einer einheitlichen "Notrufnummer für die Informationsgesellschaft" zum Sperren sämtlicher Karten mit elektronischer Berechtigungsfunktion - von der Scheckkarte bis hin zur zukünftigen elektronischen Signaturkarte. Gerade im Informationszeitalter, in dem viele Transaktionen im Internet nur mit Kreditkarte oder digitaler Signatur möglich sind, gewinnt der Schutz der Karten mit den dahinter liegenden Daten und Zugriffsmöglichkeiten aufs Bankkonto an Bedeutung. Initiator der Notrufnummer ist der Verein "Sperr e.V.". Die Schirmherrschaft des Projektes hat Bundesinnenminister Otto Schily.

Leuchtturmprojekt 2: Innovationswettbewerb

Ziel des Innovationswettbewerbs ist, Ideen für innovative technologische Produkte zu finden und diese Ideen umzusetzen. Der Wettbewerb richtet sich an Studenten und Dozenten. In einer ersten Phase erhalten die Entwickler von fünf Konzepten finanzielle Unterstützung und kompetente Beratung, um ihre Ideen voranzutreiben. Dann wählt eine Unternehmensjury zwei der fünf fortentwickelten Ideen aus. Diese erhalten ein zusätzliches Projektbudget und die Möglichkeit, die Technologien in einem realen Testmarkt auf Marktfähigkeit zu prüfen. Der Gewinner steht nach diesem Markttest fest. Initiatoren des Projekts sind die Bremer Senatskanzlei, Bonsai Deutschland, TNS Emnid und Siemens ICN.

Leuchtturmprojekt 3: Hochschul-Wettbewerb "ranking-kompetenzz"

"ranking-kompetenzz" bewertet die bundesdeutschen Hochschulen danach, wie viele Studienanfängerinnen sie für technische und naturwissenschaftliche Studienfächer gewinnen konnten. Auf dieser Grundlage ruft die Initiative D21 einen Hochschul-Wettbewerb aus, um die Motivation der Hochschulen zur Entwicklung kreativer und innovativer Konzepte zur Nachwuchsgewinnung deutlich zu verstärken. Gefragt sind Universitäten und Fachhochschulen, die Studiengänge in Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau, Physik und Wirtschaftsingenieurwesen anbieten. Den Siegern des Wettbewerbs winken attraktive Sachprämien. Mehr Frauen für technische Studiengänge zu begeistern, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Zukunft - für Hochschulen und die Wirtschaft. Initiator des Wettbewerbs ist der Verein "Frauen geben Technik neue Impulse e.V.".

Leuchtturmprojekt 4: Akzeptanzförderung der elektronischen Gesundheitskarte

Im Jahr 2006 werden die Krankenkassen ihren Versicherten eine Gesundheitskarte aushändigen, die beispielsweise eine elektronische Authentifizierung und Verschlüsselung von Daten ermöglicht. Das eröffnet neue, vorteilhafte Wege zur Speicherung von Gesundheitsdaten. Die Initiative D21 unterstützt die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte mit einer sachlichen Akzeptanz-Kampagne. Diese wird sich an unterschiedliche Zielgruppen richten, etwa Ärzte und Patienten. Im Vordergrund stehen sachliche redaktionelle Beiträge bei unterschiedlichen Medien. Dabei wird es zum einen um die allgemeinen Vorteile der Karte gehen. Die Berichte sollen aber auch über Details wie "Pflichtteil" und "freiwillige Daten-Speicherung" informieren. Initiatorin des Projekts ist die AOK Baden-Württemberg.

Leuchtturmthema 1: "Mobile Gesellschaft":

Mobil zu kommunizieren, zu arbeiten und sich zu informieren wird zunehmend zum selbstverständlichen Teil unseres Lebens. Mobilität bedeutet Unabhängigkeit und Flexibilität. Die neue Form der Mobilität wird Leben, Lernen, Arbeiten und Freizeitgestaltung verändern und kann einen Zukunftsmarkt von kaum abschätzbaren Dimensionen eröffnen. Voraussetzung dafür sind einerseits neue Technologien wie UMTS, mobiles Internet und die Zusammenführung von Sprach- und Datenübertragungsnetzwerken (Konvergenz). Zum anderen und sind es neue Anwendungen und ein klar erkennbarer Nutzen der Technologien für Verbraucher und Kunden. Die Initiative D21 analysiert den Trend zur Mobilität und fördert ihn. So richtet sie gemeinsam mit Staatssekretär Dr. Alfred Tacke die "Innovationswerkstatt Mobile Gesellschaft" ein. Hier diskutieren Experten öffentlich, wie sich Deutschland optimal auf die kommende mobile Informationsgesellschaft vorbereiten kann. Initiator der Innovationswerkstatt ist die debitel AG.

Leuchtturmthema 2: "Breitband-Initiative"

Die Breitband-Initiative der D21 unterstützt die Verbreitung der Breitband-Technologien und leistet so einen Beitrag zur Umsetzung des Programms "eEurope 2005" der Europäischen Kommission. Um den Nutzen von Breitband-Technologien aufzuzeigen, werden Positionspapiere entwickelt, regelmäßige Veranstaltungen organisiert und Informationsbroschüren erstellt. Im Jahr 2004 sollen zum einen die Länder als neue Partner gewonnen werden. Zum anderen sollen möglichst viele solcher Unternehmen ins Boot geholt werden, die Inhalte und Anwendungen für Internet und Mobilfunk produzieren. Initiator der Breitband-Initiative ist die Cisco Systems GmbH.

Ansprechpartner

Initiative D21 e. V.

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