"Internet-ABC" veröffentlicht neues Themen-Special

PISA und andere Studien belegen: Die Lesekompetenz deutscher Kinder und Jugendlicher ist vergleichsweise schlecht. Sind die neuen Medien schuld? Im Gegenteil: Untersuchungen belegen, dass der Bildschirm das Bücherlesen nicht verhindern muss, sondern sogar fördern kann. In ihrem neuen Themen-Special "Lesen, Bücher und das Internet" gibt die Initiative Internet-ABC e.V. einen Überblick über empfehlenswerte Angebote zum Lesenlernen und Lesestoff für Kinder im Netz.

19.06.2006 Pressemeldung Internet-ABC c/o Geschäftsstelle Landesanstalt für Medien NRW

Wie weckt man beim Nachwuchs die Lust am Lesen? Viele Kinder und Jugendliche sitzen heute weit häufiger vor dem Bildschirm als dass sie zu Buch und Zeitung greifen. Doch die elektronischen Medien dürfen nicht pauschal für die schlechten Leseleistungen der Schüler verantwortlich gemacht werden. Kinder können am Computer mit entsprechenden Programmen sogar bestens Lesen lernen. "In der Mediengesellschaft ist Lesen eine Basiskompetenz", sagt die "Internet-ABC"-Vorsitzende Mechthild Appelhoff. "Aber Buch und Computer dürfen nicht länger als Konkurrenten verstanden werden. Gerade der Medienmix kann Geschmack am Lesen machen." Das neue "Internet-ABC"-Special zeigt die immense thematische Bandbreite, die das Internet im Bereich der "Leseförderung" bietet. Das Angebot reicht von Online-Leseralleys bis zu Empfehlungslisten für Lern-CD-ROMs, führt durch E-Book-Bibliotheken, lädt ein zu Buchstaben-Spielen und gibt Eltern und Pädagogen Tipps zur Leseerziehung.

Schweizer Studie: Über Multimedia zum Buch

Dass der Bildschirm das Bücherlesen nicht verhindert, sondern sogar fördert, belegt die Forschungsstudie "Literalität im medialen Umfeld. Lernen im Kontext neuer Medien" an der Schweizerischen Fachhochschule Aargau (1). Multimediale Angebote weckten bei Kindern das Interesse, die Geschichten und Themen später auch in gedruckten Texten weiterzuverfolgen. Dies gelte insbesondere für Jungen, die im traditionellen Leseunterricht häufig als Sorgenkinder gelten, weil sie längere Lektüren verweigerten.

Doch ob ein Kind die verschiedenen Medienangebote ausgeglichen nutzt, hängt davon ab, wie die Lesekultur innerhalb der Familie ausgeprägt ist und welche Angebote die Schule in diesem Bereich bietet. Kompetente Kinder nutzen alle Medien – ausgeglichen und sinnvoll. Dabei will auch das Lesen im Internet gelernt sein. Anders als in Printmedien, die in linearer Form (von oben nach unten) gelesen werden, sind die Inhalte im Netz nicht-linear angeordnet. Verzweigungen (Hyperlinks) führen zu anderen Textebenen. Anfang und Ende sind offen bzw. unendlich. Das birgt Chancen wie die eigenständige und individuelle Vertiefung von Informationen oder das Erlernen von vernetztem Denken. Es besteht aber auch die Gefahr, dass sich der Leser verliert oder verirrt. Web-Leser müssen die Hierarchien durchschauen lernen. Auch hierzu gibt das Special zum Thema "Leseförderung" im Newsletter zahlreiche Tipps und Anregungen. Insbesondere Eltern und Pädagogen erhalten hier kompakte Informationen und praktische Empfehlungen (Bestellung: kostenlos über www.internet-abc.de).

Noch mehr Service: Internet-ABC mit neugestalteten Elternseiten

Auf den Seiten des "Internet-ABC" erwartet die Besucher ein rundum neugestalteter Bereich für Eltern und Pädagogen. Übersichtlich und userfreundlich informiert die Website in den Rubriken "Aktuelles", "Rund um´s Netz", "Mitmachen", "Unterrichten" und "Jugendschutz".

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(1) www.lesepaedagogik.de/pdf/potter.pdf

Das "Internet-ABC" ist das Portal für Fragen rund ums Internet. Wer eine eigene Homepage bauen, seine Kinder vor jugendgefährdenden Inhalten im Netz schützen oder einfach nur einen Fachbegriff aus der Computerwelt nachschlagen will, findet unter www.internet-abc.de leicht verständliche und umfassende Informationen. Die Website ist neutral, sicher und absolut werbefrei. Herausgeber der Website ist der gemeinnützige Verein Internet-ABC e.V. Dem Verein gehören die Landesmedienanstalten aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin-Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen an. Das "Internet ABC" steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. Mit der Projektdurchführung ist das Marler Adolf-Grimme-Institut beauftragt.

Nähere Informationen

Mechthild Appelhoff / Gaby Becker
Geschäftsstelle Internet-ABC e.V.
c/o Landesanstalt für Medien NRW
Zollhof 2, D-40221 Düsseldorf
Tel: 0211/77007-172
Mail:


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