Kirchenleitung greift künftigen Beschäftigten in die Tasche

Unberührt von den eigenen Fensterreden zur sozialen Verantwortung der Arbeitgeber hat die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) nach Mitteilung des epd eine Rechtsverordnung beschlossen, nach der neu eingestellte Mitarbeiter/-innen ab dem 01. Februar 2006 schlechter bezahlt werden sollen als nach dem bis dahin geltenden Tarifvertrag.

21.12.2005 Berlin Pressemeldung GEW Berlin

Begründet wird diese Absenkung der Arbeitsentgelte im Vergleich zu dem von der Kirchenleitung gekündigten Tarifvertrag damit, dass eine "Übernahme des neuen Tarifvertrages Öffentlicher Dienst ... innerhalb von fünf Jahren eine Kostensteigerung von rund fünf Prozent bedeuten (würde) ... und deshalb nicht in Betracht (käme)". Außerdem käme dieser Rechtsverordnung nach Aussage des Arbeitsrechtsreferenten für die anstehenden Tarifverhandlungen eine Signalwirkung zu.

Dazu Rose-Marie Seggelke, Vorsitzende der GEW BERLIN: "Auch die tarifschließenden Gewerkschaften GEW, GKD und ver.di sehen in der Rechtverordnung ein Signal. Die Kirchenleitung der EKBO verkündet so den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern pünktlich zum Weihnachtsfest, dass sie deren Arbeit nicht wertschätzt. Gleichzeitig wird deutlich, dass die kirchlichen Arbeitgeber nicht fürsorglicher als andere sind und dass die kirchlichen Beschäftigten Lohn und Brot nur dann sichern können, wenn sie weiter gemeinsam für einen neuen Tarifvertrag eintreten."

Ansprechpartner

GEW Berlin

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