KMK-Präsidentin Erdsiek-Rave: Lesen muss für jedes Kind so selbstverständlich sein wie Essen und Spielen

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ute Erdsiek-Rave, forderte heute (21.06.) bei der Preisverleihung zum bundesweiten Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Frankfurt/Main die Zeitungsverlage auf, Patenschaften für Schulen zu übernehmen.

21.06.2006 Pressemeldung Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder

KMK-Präsidentin Erdsiek-Rave: Lesen muss für jedes Kind so selbstverständlich sein wie Essen und Spielen Ute Erdsiek-Rave appellierte anlässlich der Preisverleihung mit Hinweis auf die Ergebnisse der beiden PISA-Studien an die Eltern, ihre Kinder noch stärker zu animieren und motivieren, jeden Tag zu lesen. "Wenn jedes Kind mindestens zehn Minuten am Tag zuhause liest - und seien es zunächst nur die Sprechblasen in einem Comic-Heft oder Informationen über die Fußballspieler im Sammelheft zur Weltmeisterschaft - dann brauchen wir uns in Deutschland um die Lesekompetenz weniger Sorgen zu machen."

Darüber hinaus regte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz an, dass Zeitungsverlage mit Schulen Patenschaften bilden und ihre Blätter dort verteilen. Erdsiek-Rave: "Ich wünsche mir, dass das Zeitungslesen fester Bestandteil im Unterrichtsalltag wird, so wie wir das aus den skandinavischen Ländern kennen. Das wäre ein weiteres interessantes Instrument, junge Menschen ans Lesen heranzuführen und gleichzeitig deren Allgemeinbildung zu verbessern." Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin verwies auf Gespräche mit Chefredakteuren und deren Interesse an einer solchen Kooperation. "Ich werde dazu weitere Gespräche führen und dafür werben. Es wäre schön, wenn in möglichst vielen Schulen jeden Morgen kostenlose Zeitungen auslägen, die dann im Unterricht mit behandelt werden könnten." Die Themenpalette reiche von Politik, Wirtschaft, Kultur bis hin zum Sport. Solch ein Angebot würde die erfolgreichen Kooperationen zwischen Zeitungen und Schulen bei Projekten wie "Zeitung in der Schule" ("ZiSch") ergänzen.

Die Präsidentin betonte, dass in allen Bundesländern seit der ersten PISA-Studie viele Anstrengungen unternommen wurden, um die Lesekompetenz zu verbessern. Die Aktivitäten reichen von veränderten Modulen bei der Lehrerfortbildung über Lernstandserhebungen bis hin zu Fachtagungen und Lesewettbewerben.

Erdsiek-Rave: "Solche Wettbewerbe, wie der des Deutschen Buchhandels motivieren und animieren junge Menschen in ganz besonderer Weise, sich mit der spannenden Welt der Bücher zu beschäftigen. Dazu kommt, dass die Schülerinnen und Schüler wichtige Hinweise für den Umgang mit Medien insgesamt erhalten, unter anderem durch Lesebörsen im Internet."

Jedes Jahr im Oktober werden die sechsten Klassen aller Schularten zur Teilnahme am bundesweiten Vorlesewettbewerb aufgerufen. Der Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels wird seit 1959 jährlich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und weiteren kulturellen Einrichtungen veranstaltet. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und zählt zu den größten bundesweiten Schülerwettbewerben. Fast 700.000 Kinder an rund 8.000 Schulen beteiligen sich jedes Jahr.

Die Liste der Preisträger sowie weitere Infos im Internet: www.vorlesewettbewerb.de


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