Kultusminister Goebel beim 4. Thüringer Berufsschultag

Am morgigen Samstag wird Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU) den 4. Thüringer Berufsschultag in Gotha besuchen und eine Rede halten.

16.09.2005 Thüringen Pressemeldung Thüringer Kultusministerium

Zeit: Samstag, 16. September 2005
Ort: Staatliche Gewerblich-Technische Berufsbildende Schule Gotha

Minister Goebel sagte im Vorfeld: " Zwei Drittel aller deutschen Jugendlichen durchlaufen das duale System der beruflichen Bildung. Doch diese teilweise höchst anspruchsvollen Ausbildungen gehen oft nicht adäquat in internationale Bildungsvergleiche ein. Wir sollten daher alles daran setzen, dem bewährten dualen System - eine deutsche Erfindung - international mehr Reputation zu verschaffen. Es gibt überhaupt keinen Grund, hier das Licht unter den Scheffel zu stellen.

Im dualen Berufsbildungssystem hat deshalb ein Prozess begonnen, in dem Berufsbilder neu geordnet, großer Wert auf die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen gelegt und traditionelle Strukturmodelle durch innovative ersetzt werden. Die Kultusministerkonferenz hat zu diesem Zweck das Lernfeldkonzept eingeführt, das den Unterricht nicht mehr fachsystematisch, sondern handlungssystematisch strukturiert. Damit wird die starre Einteilung nach Fachrichtungen aufgebrochen. Die Ausbildung kann wesentlich differenzierter und gezielter erfolgen.

In den letzten Jahren war viel von Lehrkräftemangel an berufsbildenden Schulen die Rede. Fakt ist, dass es in Thüringen - aber nicht nur dort - einen hohen Bedarf an Lehrkräften in den berufsbildenden Schulen gibt. Das erklärt sich nicht zuletzt aus der nicht kalkulierbaren Zunahme von Vollzeitschulformen. In Kürze kommt aber auch an den berufsbildenden Schulen der demographische Effekt zum Tragen. Insgesamt sind für Neueinstellungen zum Schuljahresbeginn 2005/2006 an berufsbildenden Schulen 144 Personen vorgesehen. Darüber hinaus konnten 57 Personen in eine Festeinstellung übernommen werden, die bereits befristet eingestellt waren und sich für die Dauer von ein bis zwei Schuljahren bewährt haben. Bisher konnten 94 Personen für eine Festeinstellung gewonnen werden. Hierbei wurden alle 21 Thüringer Lehramtsanwärter für das Lehramt an berufsbildenden Schulen in den Schuldienst übernommen. Des Weiteren ist es gelungen, acht Bewerber mit einem Abschluss für das Lehramt an berufsbildenden Schulen aus anderen Bundesländern für den Thüringer Schuldienst zu gewinnen.

Weitere ausreichend qualifizierte Bewerber, die die Ausbildungsvoraussetzungen für eine Festeinstellung erfüllen, sind derzeit nicht vorhanden. Der Mangel an grundständig Studierten im berufsbildenden Bereich ist übrigens bundesweit zu verzeichnen. Um die in Thüringen ausgebildeten Lehramtsabsolventen für das Lehramt an berufsbildenden Schulen für den Thüringer Schuldienst zu gewinnen, wird allen Absolventen ein Übernahmeangebot unterbreitet, das auch die sofortige Verbeamtung, überwiegend in Vollzeit, umfasst. Zudem finden konkrete schulbezogene Einstellungswünsche Berücksichtigung. Um den akuten Bedarf an Lehrkräften abzudecken und Sie damit zu entlasten, haben wir eine Reihe von Maßnahmen ergriffen wie die befristete Einstellungen und Honorarverträge, die Einstellung von "Seiteneinsteigern", denen berufsbegleitende Qualifikation angeboten wird, sowie die gezielte Fort- und Weiterbildung der Lehrer an berufsbildenden Schulen."


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