Spaenle

Kultusminister Ludwig Spaenle zu Kernergebnissen des Bayerischen Bildungsberichts 2012 - Bildungswesen wurde durchlässiger

Heute hat Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle wichtige Ergebnisse des Bildungsberichts Bayern 2012 vorgestellt. Kernbotschaft für ihn ist dabei: "Die erheblichen Investitionen des Freistaats in die Bildung junger Menschen sowie die gemeinsamen Anstrengungen aller am Bildungsprozess Beteiligten, nämlich der Lehrer, Schüler und Eltern, führen zu spürbaren Verbesserungen in der Bildungsbeteiligung der jungen Menschen und beim Erwerb weiterführender Bildungsabschlüsse."

04.12.2012 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Insgesamt erwerben mehr Schülerinnen und Schüler weiterführende Bildungsabschlüsse und weniger Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule ohne Abschluss, zwei Entwicklungen, die Minister Spaenle sehr freuen. "Wie der Bericht zeigt, gelingt es den bayerischen Schulen im differenzierten Bildungswesen, die jungen Menschen sehr gut zu fördern - und zwar zunehmend unabhängig vom Elternhaus", so der Minister. Als wichtige Gründe für diese positive Entwicklung nennt der Minister den Erhalt von möglichst vielen Schulstandorten trotz rückläufiger Schülerzahlen, etwa von Grund- und Mittelschulen, sowie die Neugründung von 33 Realschulen, 11 Wirtschaftsschulen und 13 Gymnasien allein im Zeitraum vom Schuljahr 2000/2001 bis 2010/2011. Ferner verweist der Minister auf den starken Ausbau der individuellen Förderung, etwa der Ganztagsangebote und die Senkung der durchschnittlichen Klassenstärken.

Die Erfolge der Anstrengungen für gute Bildung spiegelt sich für den Minister auch in dem sehr guten Abschneiden der bayerischen Schülerinnen und Schüler beispielsweise in den Ländervergleichen der Neuntklässler in Deutsch und Englisch sowie der Grundschüler in Lesen und Mathematik wider. Er ergänzt aber: "Wir müssen bei allen Fortschritten unsere Anstrengungen fortsetzen, die Abhängigkeit des Bildungserfolgs der Kinder und Jugendlichen vom Elternhaus, die in Deutschland insgesamt noch zu hoch ist, auch in Bayern noch weiter zu senken." Dabei geht es dem Minister auch um Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien. Dazu will er u. a. die Ganztagsangebote bedarfsgerecht und flächendeckend ausbauen. Auch den Aspekt der zielgerichteten Förderung von Mädchen und Jungen will der Minister verstärkt angehen.

Der Bildungsbericht ist ein wichtiger Bestandteil des Bildungsmonitorings und dient als eine Informationsgrundlage für Entscheidungen im Bildungswesen. Er wird im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus von der Qualitätsagentur am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) erarbeitet und in diesem Jahr zum dritten Mal herausgegeben. Der Bildungsbericht Bayern 2012 umfasst u. a. Daten zu:

  • Rahmenbedingungen von Bildung wie Schülerzahl und Schulangebot,
  • zur Bildungsbeteiligung und zu Schullaufbahnen von jungen Menschen,
  • zur Qualitätssicherung und -entwicklung,
  • zur Bildungsgerechtigkeit
  • sowie - analog zum Bericht Bildung für Deutschland - Ausführungen zur künstlerisch-kulturellen Bildung.

Der Bildungsbericht Bayern 2012 basiert auf Zahlen vor allem des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung sowie den Amtlichen Schuldaten und Erhebungen des Bayerischen Kultusministeriums aus den Schuljahren 2009/2010 und 2010/2011.

Einige Ergebnisse im Überblick:

  1. Zugenommen hat die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die nach der Grundschule auf die Realschule und das Gymnasium wechseln. Waren es 2003 noch 20,1 Prozent, die zur Realschule übertraten, so waren es 2010 bereits knapp 28 Prozent. Am Gymnasium entwickelte sich der Anteil im gleichen Zeitraum von 32,7 Prozent auf 39,5 Prozent.

  2. Merklich gestiegen ist die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die einen mittleren Bildungsabschluss oder eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben. 43,7 Prozent der Schülerinnen und Schüler verließen die Schule nach dem Schuljahr 2009/2010 mit einem mittleren Bildungsabschluss (2005/2006 waren es erst rund 39 Prozent), rund 26,1 Prozent erreichten eine Hochschulreife (2005/2006 waren es erst rund 20 Prozent).

  3. Mehr Schülerinnen und Schüler als bisher nutzen die Anschlussmöglichkeiten nach dem Besuch einer ersten weiterführenden Schule. Dabei nutzen sowohl Absolventen der Mittel- und Wirtschaftsschulen sowie vor allem der Realschulen mit mittlerem Bildungsabschluss die Angebote der Fachoberschulen in besonderer Weise, um sich weiterzuqualifizieren. Minister Spaenle: "Die Einführungsklassen an den Gymnasien und auch die Vorklassen an den Fachoberschulen erhöhen die Durchlässigkeit des bayerischen Schulwesens merklich. Zum Schuljahr 2012/2013 haben wir diese Einführungsklassen an den Gymnasien spürbar ausgeweitet und die Vorklassen an Fachoberschulen nach einem ersten Probelauf an drei Standorten nun nahezu flächendeckend eingeführt." Mit den Vorklassen sollen vor allem Absolventen der Mittel- und Wirtschaftsschule mit mittlerem Bildungsabschluss für den erfolgreichen Besuch der FOS fit gemacht werden. Die Berufsoberschule dient vor allem Schülern, die nach einer Berufsausbildung und beruflichen Tätigkeit, die Hochschulreife erwerben wollen. An den beruflichen Schulen werden mittlerweile insgesamt 42 Prozent der Hochschulzugangsberechtigungen erworben.Im Schuljahr 2009/2010 hatten 25.000 junge Frauen und Männer an Fach- und Berufsoberschulen eine Hochschulzugangsberechtigung erworben.

  4. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die die Schule ohne Hauptschulabschluss verlässt (inklusive Förderschüler), wurde um ein Viertel von 4,1 Prozent im Schuljahr 2006/2007 auf 3,1 Prozent im Schuljahr 2009/2010 gesenkt. Für Minister Spaenle steht aber fest: "Wir werden hier weiter arbeiten."

  5. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die eine Jahrgangsstufe wiederholen mussten, konnte gesenkt werden. Sie lag im Schuljahr 2005/2006 z.B. an Gymnasien noch bei 2,6 Prozent, im Schuljahr 2010/2011 nur noch bei 2,3 Prozent, an Realschulen sank die Quote im gleichen Zeitraum von 2,9 Prozent auf 2,6 Prozent, an den Mittelschulen von 1,7 Prozent auf 1,1 Prozent.

  6. Das Bildungsverhalten der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund befindet sich im Wandel. Zwar besucht nach wie vor ein geringerer Teil von jungen Menschen aus Zuwandererfamilien - wie in weiten Teilen Deutschlands - das Gymnasium, aber sie nutzen nach ihrem ersten Bildungsabschluss in Bayern verstärkt die Anschlussmöglichkeiten, die ihnen die Fach- und Berufsoberschule bieten. Hier bleibt es für Minister Spaenle ein wichtiges Ziel der Bildungspolitik des Freistaats, die Chancen junger Menschen mit Migrationshintergrund auf höhere Bildungsabschlüsse weiter zu verbessern.

  7. Zusätzliche Anstrengungen will Kultusminister Spaenle auf die Gendergerechtigkeit in der Bildung verwenden. Hier zeigt auch der Bildungsbericht Bayern 2012, dass sich Jungen stärker Ausbildungsrichtungen an Schulen mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt zuwenden als Mädchen. Diese Entwicklung setzt sich auch bei der Berufswahl fort. Festgestellt wurde auch, dass Mädchen trotz hervorragender Leistungen an den Schulen seltener ein Studium aufnehmen.

Insgesamt nehmen im bundesweiten Vergleich die bayerischen Schülerinnen und Schüler häufiger als Schulabsolventen mit Hochschulzugangsberechtigung in anderen Ländern ein Studium auf. Rund 80 Prozent immatrikulieren sich sofort oder spätestens binnen Jahresfrist nach ihrem Schulabschluss - die sogenannte Übergangsquote ist damit die höchste im Vergleich aller Flächenstaaten in Deutschland.

"Der Freistaat wird seine Anstrengungen für eine sehr gute Bildung und gerechte Bildungschancen fortsetzen, damit unsere jungen Menschen in der Schule eine gute Basis für ihren weiteren Lebensweg legen", so der Minister abschließend. Natürlich sei in dem Bildungsbericht das Thema Inklusion noch nicht intensiv behandelt, da die Daten aus den Jahren 2009 und 2010 stammen. Aber auch in der inklusiven Bildung weitet Bayern seine Anstrengungen aus, entsprechende Stellen seien im Entwurf des Doppelhaushalts beantragt.


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