Kultusminister Schneider zieht Halbzeit-Bilanz: MODUS21 großer Erfolg

Mehr Selbstständigkeit, stärker unternehmerisches Denken und größere Eigenverantwortung sind wesentliche Merkmale für eine Verbesserung der Schulqualität. Mit dem Schuljahr 2002/03 haben das Bayerische Kultusministerium und die Stiftung Bildungspakt Bayern den Startschuss für den Modellversuch "MODUS21 Schule in Verantwortung" gegeben. 44 MODUS21-Schulen sind ihren Weg gegangen und haben in Eigenverantwortung zahlreiche Maßnahmen in den Bereichen Schulorganisation, Individualförderung, Leistungserhebungen sowie Personalführung initiiert.

17.06.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Die positiven Ergebnisse der MODUS21-Schulen haben uns davon überzeugt, allen Schulen größere Spielräume bei der Gestaltung von Unterricht und Schule zu geben. Ab dem kommenden Schuljahr erhalten alle Schulen mehr Selbstständigkeit. Sie können die positiv bewerteten Maßnahmen der MODUS21-Schulen übernehmen. Dazu werden wir die Schulordnungen ändern", betonte Kultusminister Siegfried Schneider am Freitag in München.

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und der Metallarbeitgeberverbände VBM und BayME, sagte: "Die Arbeit mit MODUS21 zeigt, dass die Schulen mehr Verantwortung benötigen und mehr Verantwortung wollen. Wir betrachten die Ausrollung dieses Modells als richtigen Schritt zur Schule der Zukunft, einer Schule, die eigenständig Personalmanagement und Controlling betreibt und die Unterrichtsinhalte gestaltet. Eine flächendeckende Einführung von MODUS21 bleibt aber notwendig."

Künftig können, so der Minister, alle Schulen beispielsweise im Bereich Individualförderung und Leistungserhebung wesentlich flexibler arbeiten: Die Lehrkraft kann selber darüber entscheiden, ob sie eine schriftliche oder eine mündliche Prüfung vornimmt. Sie macht dies vom Leistungsstand der Schüler abhängig. Beispiel: Die mündliche Ausdrucksfähigkeit in Deutsch ist bei einigen Schülern der Klasse unbefriedigend. Der Lehrer ersetzt daher eine schriftliche Schulaufgabe durch eine Debatte, in der die Schüler ihre Ausdrucksfähigkeit unter Beweis stellen müssen.

Zweites Beispiel: Statt Schulaufgaben können im Turnus von sechs Wochen angesagte "Tests" stattfinden. Dadurch wird ein gleich bleibend hohes Leistungsniveau gewährleistet, gleichzeitig gibt es weniger Prüfungsangst. Personalmanagement und Personalführung: Hier haben MODUS21-Schulen Modelle entwickelt, wie Lehrer im Team den Unterricht vorbereiten können. So haben sich beispielsweise an einigen Schulen alle Mathematik-Lehrer zu Beginn des Schuljahres zusammengesetzt und die Aufbereitung des Stoffes untereinander verteilt.

Begleitend zur Einführung der MODUS21-Maßnahmen werden den Schulen zahlreiche Hilfestellungen angeboten. So erscheint zum Schuljahresbeginn das MODUS21-Handbuch. Dies ist ein Leitfaden, den die MODUS21-Schulen erarbeitet haben und der den Schulen bei der Umsetzung helfen soll. In der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen finden eigens Fortbildungen für Lehrkräfte und Schulleiter statt. Zudem sind acht regionale Schulentwicklungstage zum Thema MODUS21 geplant.

"Mit MODUS21 wird ein theoretisches Modell aus unserer Studie "Bildung neu denken" in die Praxis umgesetzt. Die Vision von einem reformierten Bildungssystem beinhaltet auch die Selbständigkeit von Schulen. Nur sie stellt ein höheres Leistungsniveau der Schule und die individuelle und zielgerichtete Förderung der Schüler sicher", so Bertram Brossardt. Der Modellversuch "MODUS21 ? Schule in Verantwortung" ist auf fünf Jahre angelegt und wird von Professor Dr. Eckart Liebau von der Universität Erlangen-Nürnberg wissenschaftlich begleitet. Bereits zur Halbzeit ist die Bilanz der Schulen beeindruckend. Lagen nach den Ergebnissen des Deutschtests im Jahr 2003 die MODUS21-Gymnasien zu gut zwei Dritteln in der unteren Leistungshälfte, so zeigt sich 2004 eine ganz erstaunliche Qualitätsentwicklung: Im Jahr 2004 finden sich 76,9 Prozent in der oberen Leistungshälfte.

Neben der Leistungssteigerung berichten die Schulen, dass die Effizienz durch die Teamarbeit der Lehrkräfte erkennbar gesteigert wurde. Davon profitieren vor allem die Schülerinnen und Schüler, da die gewonnene Zeit zur individuellen Förderung genutzt wird. Auch das Schulklima hat sich stark verbessert: Schulleiter, Lehrkräfte, Eltern und Schüler identifizieren sich stärker mit ihrer Schule. "Die MODUS21-Schulen stehen bei vielen Eltern hoch im Kurs. Mittlerweile fragen Mütter und Väter bei der Einschreibung gezielt nach den MODUS21-Schulen. Einen besseren Beweis für Elternzufriedenheit kann es wohl kaum geben", so der Kultusminister.


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