Leipziger Buchmesse mit Rekordzahlen: 108.000 Besucher und 2.400 Journalisten
Mit einem Rekordergebnis ging am Sonntagabend die Leipziger Buchmesse zu Ende. 108.000 Besucher (plus sechs Prozent) kamen in den vergangenen vier Tagen auf das neue Messegelände und verschafften sich auf 49.000 Quadratmetern einen Überblick über die Neuerscheinungen von 2.142 Ausstellern aus 31 Ländern (2004: 2084 Aussteller aus 31 Ländern und 102.000 Besucher). Mehr als 2.400 Journalisten berichteten über den internationalen Branchentreff von Autoren, Verlagen, Fachbesuchern und dem lesefreudigen Publikum im Leipziger Frühjahr.
21.03.2005 Pressemeldung Leipziger Buchmesse"Wir sind mit dem Verlauf und Ergebnis der diesjährigen Leipziger Buchmesse mehr als zufrieden. Die Messe ist in eine höhere Klasse aufgestiegen. Das neue Hallenkonzept wurde grundsätzlich positiv angenommen", sagte Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Leipziger Messe GmbH. "Im nächsten Jahr werden wir es gemeinsam mit unseren Ausstellern optimieren."
Dieter Schormann, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, beurteilte die Buchmesse ebenfalls als vollen Erfolg: "Die Stimmung auf der Leipziger Buchmesse war sehr gut. Ich denke, dass sich diese Zuversicht in den nächsten Monaten auch auf den Buchhandel auswirkt."
Aussteller ziehen positive Messebilanz
Laut offizieller Ausstellerbefragung sahen 90 Prozent der Aussteller ihre Erwartungen in die Messe erfüllt und wollen im nächsten Jahr auf alle Fälle wiederkommen.
Sehr zufrieden zeigte sich unter anderem Ruth Geiger, Pressesprecherin des Diogenes Verlages: "Mich begeistert am meisten "Leipzig liest". Die zahlreichen Kontakte, die sich hier zwischen Autoren entwickeln, machen Leipzig zu etwas Besonderem."
"Wir fühlten uns sehr wohl auf der Leipziger Buchmesse. Das Publikum auf der Messe und bei den Veranstaltungen in der Innenstadt war überaus interessiert. Wir kommen sehr gern wieder", sagt Frank Niederländer vom Verlag "Tisch 7", der zum ersten Mal auf der Messe ausstellte.
Tom Erben, Marketingleiter von DAV, äußerte sich zufrieden über den Schwerpunkt "Hörbuch" auf der Leipziger Buchmesse. "Der Gemeinschaftsstand und das Hörbuchforum waren gut besucht. Sie boten viele Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen. Leipzig ist im Vergleich zur Kölner Hörbuchmesse konkurrenzlos und vollständig in Sachen Angebot und Publikum."
"Preis der Leipziger Buchmesse" begeisterte Branche und Medien
Ein Höhepunkt der Leipziger Buchmesse war die erstmalige Verleihung "Der Preis der Leipziger Buchmesse". Die Jury unter Vorsitz von Martin Lüdke (SWR) entschied sich unter den 15 nominierten Kandidaten in der Kategorie Belletristik für Terézia Mora ("Alle Tage"), in der Kategorie Sachbuch/Essayistik für Rüdiger Safranski ("Schiller oder Die Erfindung des deutschen Idealismus") und in der Kategorie Übersetzung für Thomas Eichhorn (für seine Übersetzung von Les Murray "Fredy Neptune"). "Ich bin mir sicher, dass dieser Literaturpreis Zeichen gesetzt hat. Er wird zu den führenden Literaturauszeichnungen im deutschsprachigen Raum zählen", sagt Wolfgang Marzin.
"Leipzig liest" und "Leipzig hört" mit zehntausenden Besuchern
Die 1.500 Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Mitwirkenden innerhalb von "Leipzig liest" waren mit zehntausenden Zuhörern wieder ein Literaturfestival der Superlative. Prominente Autoren, Schauspieler und Politiker wie Christoph Hein, Thomas Brussig, Amos Oz, Robert Gernhardt, Joachim Fest, Breyten Breytenbach, Manfred Krug, Eberhard Esche, Oskar Lafontaine, Hermann van Veen, Wolfgang Niedecken und Charles Aznavour stellten dem Publikum ihre Bücher vor und lasen in überfüllten Häusern.
Zum zweiten Mal hieß es in diesem Jahr nicht nur "Leipzig liest" sondern auch "Leipzig hört". Bei den Hörbuchnächten im Jazzkeller Spizz und in der alten Handelsbörse lasen Prominente wie Jan Josef Liefers und Robert Gernhardt. Ebenfalls zum zweiten Mal veranstaltete die Leipziger Buchmesse zusammen mit dem "Hörspielsommer e.V." den Nachwuchs-Hörspiel-Wettbewerb, an dem sich über 80 Hörspielmacher aus ganz Deutschland beteiligten.
Besucherzuwachs auf der 11. Antiquariatsmesse
Rund 9.000 Besucher (2004: 7.000) kamen zur 11. Leipziger Antiquariatsmesse, die parallel zur Leipziger Buchmesse stattfand. Veranstalter Detlef Thursch: "Die Antiquariatsmesse ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Das ist eine gute Chance, Konzept und Struktur der Messe im nächsten Jahr auszubauen."
Erster internationaler Kongress für literarisches Schreiben
Äußerst zufrieden zeigten sich auch die Veranstalter des ersten internationalen Kongresses für literarisches Schreiben. Über 200 Teilnehmer und 60 Referenten aus 20 Ländern trafen sich von 16. bis 18. März im Congress Center Leipzig, um über die Ausbildungsmöglichkeiten von jungen Autoren zu diskutieren. Rund 30 Institute aus ganz Europa und den USA waren vertreten. Darunter der renommierte Iowas Writers Workshop aus den USA und Vertreter des Moskauer Maxim Gorki Institutes. "Mit diesem Kongress haben wir uns zu unserem zehnjährigen Bestehen selbst ein Geschenk gemacht. Der Kongress war für uns ein wichtiger Schritt zu einem europaweiten Netzwerk der creative writing Studiengänge. Der Austausch hier in Leipzig mit Kollegen aus aller Welt war überaus fruchtbar und wird sich für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Instituten auszahlen", sagt Professor Josef Haslinger, Direktor des Deutschen Literaturinstituts.
Die lange Lesenacht in der Moritzbastei - als Rahmenprogramm des Kongresses - zählte zu den Höhepunkten von "Leipzig liest". Mehr als 1.000 Besucher ließen sich die 40 Autoren auf vier Bühnen nicht entgehen. Unter den Autoren waren internationale Größen wie Südafrikas bekanntester Dichter Breyten Breytenbach, der Amerikaner Robert Coover sowie Englands "Creative Writing Päpstin" Patricia Duncker.
2006 findet die Leipziger Buchmesse vom 16. bis 19. März statt.
Internet:
Ansprechpartner
Leipziger BuchmesseMesse-Allee 1
04356 Leipzig
Web: http://www.buchmesse-leipzig.de
Keine Kommentare vorhanden