Literarische Gesellschaft / Scheffelbund in Karlsruhe feiert 80. Geburtstag

"Durch ihre vielfältigen Aktivitäten und insbesondere durch das unermüdliche Engagement von Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann hat sich die Literarische Gesellschaft zu einer der Säulen des Literaturbetriebs im Lande entwickelt."

13.09.2004 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Dies erklärte der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Michael Sieber (MdL), in Vertretung von Ministerpräsident Erwin Teufel zum 80. Geburtstag der Literarischen Gesellschaft / Scheffelbund am 13. September in Karlsruhe. Die Literarische Gesellschaft sei auch deshalb unverzichtbar für den Literaturbetrieb in Baden-Württemberg, weil sie erfolgreich das Museum für Literatur am Oberrhein betreibe und dabei auch für die anderen literarischen Museen des Landes positiv wirke, etwa durch die Internet-Domain "literaturland-bw", die ein "Meilenstein für die Präsentation von Literatur" sei, so der Staatssekretär.

Der Scheffelbund, Vorläufer der Literarischen Gesellschaft, wurde am 13. September 1924 in Heidelberg gegründet, also zu einer Zeit, die von gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Umbrüchen gekennzeichnet war. "Der Scheffelkult der wilhelminischen und vorwilhelminischen Zeit hatte durch den Ersten Weltkrieg schon eine deutliche Zäsur erfahren", erläuterte der Staatssekretär. "Viktor von Scheffel, der 'deutscheste aller deutschen Dichter', durch seine historischen Romane, die Studenten- und Trinklieder einem breiten Publikum bekannt, wurde nun von der Literaturwissenschaft zunehmend kritisch beurteilt und drohte, in Vergessenheit zu geraten." Gleichwohl könne man aus heutiger Sicht für die Gründung des Scheffelbundes nur dankbar sein, habe er doch das Erbe dieses wichtigen badischen Autors bewahrt, der Repräsentant und nicht selten Kommentator seiner Zeit war.

Sieber: "Vom Scheffelbund zur Literarischen Gesellschaft - dem mitgliederstärksten literarischen Verein in Deutschland - war es ein langer und spannender Weg, dessen Stationen in Karlsruhe präsent sind." Dabei habe die Literarische Gesellschaft heutiger Prägung eine Reihe von Aufgaben weit über die Pflege des Andenkens an Scheffel hinaus. So ist sie nicht nur Trägerin des Museums für Literatur am Oberrhein und veranstaltet regelmäßig Ausstellungen, Vorträge, Lesungen und Tagungen. Eine wichtige Rolle spielt auch der Scheffelpreis für besondere Leistungen im Fach Deutsch an Gymnasien. Dessen 75-Jahr-Jubiläum wurde im vergangenen Jahr in Stuttgart feierlich begangen.

Anspruchsvolle Publikationen sind nach den Worten des Staatssekretärs ein Markenzeichen der Literarischen Gesellschaft. Erinnert sei nur an den Ausstellungskatalog "Ein Bild der Zeit. Literatur in Baden-Württemberg 1952-1970", der zum 50. Landesjubiläum erschien. Zu den jüngsten Publikationsprojekten gehört die Neukonzeption der Literaturzeitschrift Allmende, die beim Karlsruher Info-Verlag erscheint.

"Die sukzessive Erschließung des Archivs und der Bibliothek belegt, wie sorgfältig die Literarische Gesellschaft mit ihrem 80-jährigen Erbe umgeht", betonte der Kunststaatssekretär. "Ich freue mich, dass die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg diese Erschließungsarbeiten finanziell unterstützen kann, und wünsche der Literarischen Gesellschaft für die nächsten Jahrzehnte Glück und Erfolg."


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