Neues Schuljahr – alte Fragen

"Die Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn hat wenig Aufschluss darüber gegeben, wie das vor wenigen Tagen in Kraft getretene neue Schulgesetz das nordrhein-westfälische Bildungssystem nach vorne bringen soll", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Das auf der Pressekonferenz in den Vordergrund gestellte Projekt zur Stärkung des naturwissenschaftlichen Unterrichts an den Grundschulen kann zwar einen Beitrag dazu leisten, aber damit liefert die Schulministerin keine Antworten auf die Fragen, die sich Eltern und Lehrer zum Schuljahresbeginn stellen."

10.08.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Für die Hauptschulen stellt sich z.B. die Frage, wie es mit der Qualitätsoffensive weitergehen soll. Es wurden keine Aussagen darüber gemacht, ob es in diesem Schuljahr eine weitere Bewerbungsrunde für die Umwandlung von Hauptschulen in Ganztagsschulen geben wird. Es fehlte eine Antwort auf die Frage, welche Art von Qualitätsoffensive den Hauptschulen zukommen soll, die nicht die Möglichkeit haben werden, sich für den Ganztag zu entscheiden.

"Das sind Fragen, auf die Hauptschullehrerinnen und -lehrer konkrete Antworten erwarten, weil diese Themen ihren Schulalltag bestimmen", so Beckmann weiter. "Es hilft ihnen nicht, wenn die Schulministerin nur veröffentlicht, dass die Schülerzahlen an den Hauptschulen weiterhin rückläufig sind."

Für die Grundschulen stellt sich beispielsweise weiterhin die Frage, wie die Konzeption der künftig einzurichtenden Lernstudios konkret aussehen soll.

Der Schulaufsicht fehlen Antworten auf die Frage, wie künftig die Strukturen und Arbeitsfelder einer Schulaufsicht aussehen sollen, die zu einem wirklich modernen Schulsystem passen.

Auch haben wir Antworten auf die Frage vermisst, wie künftig die zu einem modernen Bildungssystem passende Lehrerausbildung aussehen soll.

Man konnte auch nicht viel darüber erfahren, mit welchen praktischen Maßnahmen die ins Schulgesetz neu aufgenommenen Formulierungen wie das Recht auf individuelle Förderung oder der Anspruch, mehr Durchlässigkeit nach oben schaffen zu wollen, nun mit Inhalt gefüllt werden sollen.

"Da beides positive und vom VBE geteilte Ziele sind, wären uns Hinweise zur Umsetzung sehr wichtig gewesen", so Beckmann weiter. "Das sind nämlich aus unserer Sicht zentrale Elemente, die ein modernes Bildungssystem ausmachen."


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